THEATERBREMEN

Kleines Haus

Fremdes Haus

von Dea Loher

„Ist nicht etwas in Deinem Innern, das sich von der Lüge befreien möchte?“ (Henrik Ibsen) — Jane ist abgehauen. Die Lage in seiner Heimat ist prekär, es droht Krieg und die Wirtschaft geht den Bach runter. „Mach es wie Risto. Geh!“, sagten sie ihm. Jetzt steht er in Deutschland vor einem schäbigen Haus. Hier fristet Risto mit seiner Familie ein trostloses Dasein. Auch er war abgehauen, vor 20 Jahren. Die Geheimpolizei suchte nach ihm. Heute betreibt er einen Tabakladen, seine Frau prostituiert sich, seine Tochter hat nach einem Unfall nur ein Bein und ist mit dem Verursacher verheiratet. Jane begreift schnell, dass hier etwas nicht stimmt. Warum sonst sollte sich Risto so wenig über den Besuch aus der alten Heimat freuen. Immerhin waren Risto und Janes Onkel befreundet und Brüder im Geiste. Beide waren im Widerstand; Risto schaffte es rechtzeitig über die Grenze, Goce wurde interniert. Aber wer verriet ihn? Im fremden Haus wissen es alle. Alize Zandwijk, die nahezu alle Stücke von Dea Loher inszeniert hat, widmet sich dieser zeitlosen Parabel vom schlechtem Gewissen, von der Schuld und vom Scheitern eines Neubeginns im Exil.

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