THEATERBREMEN

Theater am Goetheplatz

Il tabarro & Gianni Schicchi

Zwei Einakter von Giacomo Puccini
Text von Giuseppe Adami und Giovacchino Forzano

„Gehasst wird aufwärts oder abwärts, in jedem Fall in einer vertikalen Blickachse, gegen ‚die da oben‘ oder ‚die da unten‘, immer ist es das kategorial ‚Andere‘, das das ‚Eigene‘ unterdrückt oder bedroht.“ (Caroline Emcke) — Puccinis dem Triptychon („Il trittico“) entstammende Einakter „Il tabarro“ (Der Mantel) und „Gianni Schicchi“ sind keine gefühlsseligen Rührstücke, sondern sie sind in der Wirklichkeit verhaftete, sozialkritische Miniaturen, die vor allem in ihrer Unerbittlichkeit berühren. Der Tod als Ausgangs- und Endpunkt ist ihnen ebenso gemeinsam wie das Konfrontiertsein mit dem Erbe der Vergangenheit. Sie verhandeln keine Prinzipien, sondern sie handeln von Menschen und ihren Sehnsüchten, ihrem Aufbegehren gegen die hierarchische Ordnung und ihrer doppelten Moral: Sie entlarven die Angst, den eigenen Status zu verlieren oder gar die Angst vor dem Fremden und Anderen, das in ihre hermetische Welt einzubrechen droht. Hier beginnt das Experiment: Wo liegen die Grenzen der eigenen Toleranz?

Im Spannungsfeld zwischen Milieudrama und schwarzer Komödie, zwischen Puccinis veristischer Musik und der stark medial geprägten Inszenierung von Martin G. Berger treten die beiden Einakter in einen spannenden Dialog.

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