THEATERBREMEN

Kleines Haus

Ödipus / Antigone

in einer Fassung von Jan Eichberg nach Sophokles
19:30 Uhr Einführung

„Ich habe eine dicke Haut und ein elastisches Herz.“ (Sia) — Es gibt keine gute und keine schlechte Seite mehr im Bürgerkrieg, der ihre beiden Brüder zu Mördern gemacht hat. Es gibt kein Richtig und kein Falsch, auch wenn die Gesetze das so einrichten wollen. Nur Menschlichkeit. Deshalb beerdigt Antigone ihre beiden Brüder mit gleichem Respekt. Sie widersetzt sich, wird zur Staatsfeindin, fordert den Herrscher Kreon heraus, indem sie ihn in die Zwickmühle zwischen Staatsräson und Familienbande zwingt. Die Nichte verurteilen? Tochter und Schwester von Ödipus, der seinen Vater ermordete und vier Kinder mit seiner Mutter zeugte? Längst geht es nicht mehr um die Geste gegenüber den Toten, sondern um den Frieden zwischen den Lebenden. Kreon kämpft um den Aufbruch in eine neue Zeit und Antigone will den Preis, ihre Geschichte zu verleugnen, dafür nicht bezahlen.
Felix Rothenhäusler versteht den zugespitzten politischen Konflikt von „Antigone“ als Folge der Familientragödie des „Ödipus“ und setzt die beiden Werke zu einem großen Ganzen zusammen.

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