THEATERBREMEN

Kleines Haus

Ein Haus in der Nähe einer Airbase

von Akın Emanuel Şipal
Uraufführung

„Ich kam in Deinen Garten doch einst so hoffnungsvoll! Wie kommt’s, dass arm und leer nun ich ihn verlassen soll?“ (Dschalaluddin Rumi) — Eine deutsche Familie mit türkischen Wurzeln kehrt nicht mehr aus den Sommerferien zurück. Die Eltern entscheiden sich, gegen den Willen der Tochter, ihren Lebensmittelpunkt in die Südtürkei zu verlagern. Das Ferienhaus in Adana soll von jetzt an dauerhaft Heimat sein. Die Mutter eröffnet eine psychotherapeutische Praxis, der Vater möchte Solarpanels verkaufen. Die Tochter lernt einen amerikanischen Soldaten der nahegelegenen Airbase kennen, von der aus der sogenannte IS bombardiert wird. Immer wieder wird der Versuch der Familie, Alltag zu leben, menschlich und wirtschaftlich anzukommen, von den politischen Ereignissen durchkreuzt. Der gescheiterte Militärputsch, der syrische Bürgerkrieg, die Angst, die das Leben bestimmt. Doch es gibt Dinge, die wie immer sind: Die Orangenernte und die in der Sonne leuchtenden Steine historischer Stätten. „Ein Haus in der Nähe einer Airbase“ ist ein Stückauftrag an den jungen Autor Akın Emanuel Şipal. Seine politische Familiengeschichte ist die sensible Erzählung einer Rückkehr, die zum Neubeginn wird.

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Pressestimmen

„Wer in diesem Tagen über das Schlagwort ‚Heimat‘ debattiert, sollte sich dieses Stück des jungen Autors Akin Emanuel Şipal ansehen. […] Der Text trifft mit seiner an Tschechow erinnernden Tragikomödie direkt ins verwühlte Herz unserer Zeit. […] Unstrittig bietet der Abend aber auch interessante Theaterkunst mit einigen reibungsvollen Bildern.“
(Sven Garbade, Foyer, 15.03.-15.05.2018)

„Das Stück hat einige schöne Ansätze, poetisch, bissig, humorvoll. […]. […dank der großartigen schauspielerischen Leistung der Akteure […].
(Christine Gorny, Radio Bremen Zwei, 03.02.18)

„ […] Ins Mythische erweitert wird diese Spätheimkehrer-Versuchsanordnung mit ihrem von Frank Abt gut herausgearbeiteten Entfremdungspotenzial durch eine vierte Figur. […] Poetisch eindringlich ist sein Text, […]. Davon zeugt auch der herzliche Beifall des Premierenpublikums.“
(Hendrik Werner, Weser Kurier, 04.02.18)

„Fania Sorel balanciert jugendliches Gefühl, Überempfindlichkeit, Druckverhältnisse geschickt mit der Präsenz einer erwachsenen Schauspielerin aus. […]Parallel zu Siegfried W. Mascheks wohlkalkuliert gutmütig ausgelaugten Vater […] schleppt Irene Kleinschmidts Mutter ein hinreißend erschöpftes Selbst über die abstrahierte Bühne. Schöne Pointe […] Klug kalkuliert, schlau ins Bild gesetzt, […]“
(Tim Schomacker, Nachtkritik.de, 02.02.18)

„[…] intensive Momente […] durchaus sehenswert, weil Sipal mit „Ein Haus in der Nähe einer Airbase“ ein relevantes Stück Gegenwartsdramatik geglückt ist.“
(Jens Laloire, Kreiszeitung, 06.02.18)

„ […] Sein Auftragswerk versucht abseits von Kopftuch- und Flüchtlingsdebatten, Ehrenmorden, archaischen Geschlechterrollen und mittelalterlich ausgelegtem Islam ein postmigrantisches Kernthema auf die Bühne zu bringen: Heimatkonfusion.
Şipal fragt nach der Identität von Menschen und Kulturen – am Beispiel der zweiten und dritten Generation Deutschtürken. […] Fania Sorel […] wechselt zwischen distanzierter Ironie und mädchenkeck schnippischem Witz. […] Das ist doch mal eine Inszenierungsidee. […]“
(Jens Fischer, taz am Wochenende 10./11.02.18)