THEATERBREMEN

Theater am Goetheplatz

Eine Familie

von Tracy Letts
Deutsch von Anna Opel

„Eigene Familie, das sind die größten Feinde. Sie versuchen einen wirklich aufzufressen.“ (Oskar Roehler) — Beverly Weston, ein gescheiterter Autor, verschwindet plötzlich spurlos. Zurück bleibt seine Frau ­Violet, krebskrank, tablettensüchtig und einsam. Um ihr beizustehen reist der gesamte Familienclan an: Drei Generationen, gefangen in Abhängigkeiten, aus denen alle seit Jahren versuchten zu fliehen. Lang vernarbte Wunden brechen auf – verdrängte Gefühle und lebensverändernde Geheimnisse. Es wird gelogen, sich bekriegt, betäubt, um bloß nicht der eigenen Ohnmacht und Einsamkeit ins Gesicht schauen zu müssen. Die Atmosphäre erhitzt sich durch die Konflikte, das Leben und die Liebe betreffend, auf ein unerträgliches Maß. Was früher einmal Heimat war, wird zum Kriegsschauplatz verdrängter Lebens-Sehnsüchte. Tracy Letts ist es gelungen, mit beißendem Humor und im Stil der schwarzen Komödie über ein Thema zu schreiben, dem sich niemand entziehen kann. Dafür erhielt er 2008 den Pulitzer-Preis und 2013 den Tony Award. Im gleichen Jahr wurde das Theaterstück in Hollywood verfilmt.

Dauer: ca 3 Stunden, eine Pause

Hier können Sie sich Musik von Maartje Teussink aus "Eine Familie" anhören.

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Eine Familie

Pressestimmen

„[Alize Zandwijk hat es geschafft], ein Ensemble zu formen, das tatsächlich einen Abend lang alles zeigt, was ein Theater leisten kann.“
Michael Laages, Deutschlandfunk, 27. Dezember 2016

„»Eine Familie«, inszeniert von Alize Zandwijk (…), [ist] ein Beispiel für den immensen Reichtum des Theaters in diesem Lande.“
Michael Laages, Deutschlandfunk, 27. Dezember 2016

„Nichts weniger als ein ganz großer Theaterabend ist da entstanden im schiefen blauen Bühnenhaus von Thomas Rupert, in dem oben schon der Riss klafft, der bald alles zerstören wird. Zandwijk gibt ein Versprechen mehr für die nächsten Jahre in Bremen“
Michael Laages, Die Deutsche Bühne online, 27. Februar 2016

„Im Auge des Hurrikans aber steht Verena Reichhardt – und lebt sehr schmerzhaft und sehr stark das mörderische Muttertier – diese Rolle ist eine Art Mikrokosmos für alle Handwerklichkeit und alles Talent der Schauspielerei.“
Michael Laages, Die Deutsche Bühne online, 27. Februar 2016

„Ich habe viel gelacht, über den beißenden Humor, die bitterböse Überzeichnung, die giftigen Dialoge.“
Christine Gorny, Radio Bremen, 27. Februar

„Dieses Stück sollte man sich unbedingt ansehen. Die Schauspieler zeigen durchweg starke Leistungen. Ich hebe mal drei Frauen besonders heraus, die drei Generationen verkörpern: Verena Reichhardt in der Hauptrolle, aber auch Nadine Geyersbach, die mal wieder einen Oscar als beste Nebendarstellerin verdient hätte, und Jana Julia Roth, als jüngstes Familienmitglied. Alles in allem ist es eine gleichsam bewegende wie unterhaltende Inszenierung: Dieser schräge Raum, die kaputten Figuren, die empfindsame Musik, all das dürfte dem Zuschauer noch eine Weile im Gedächtnis bleiben.“
Christine Gorny, Radio Bremen, 27. Februar

„Die Regisseurin schenkt dem Publikum einen dichten, teilweise atemberaubenden Theaterabend, der trotz seiner Länge von knapp drei Stunden fesselt.“
„Auf der Beerdigungsfeier wie in der finalen Entfremdungsszene zwischen Violet und ihren Töchtern läuft das Ensemble zu Hochform auf. Allen voran Verena Reichhardt, die ihre Violet zunächst eher verhalten irre spielt, sie dann aber immer stärker in ein Wechselbad taucht: Mal ist sie ganz aufgetakelte, mit Pillen zugedröhnte Matrone, die andere lustvoll verletzt, mal hilflose, bemitleidenswerte Frau.“
Iris Hetscher, Weser Kurier, 28. Februar 2016

„Geklammert wird das Geschehen von der wundervollen Maartje Teussink als Johnna, die mit ihrer melancholischen Country-Folk-Music einen Gegenpunkt zu der aufgeladenen Stimmung setzt.“
Iris Hetscher, Weser Kurier, 28. Februar 2016

„Es mag angesichts des hoffnungslosen Endes eigenartig klingen: Aber dreieinviertel Stunden haben sich im Theater lange nicht mehr so kurz angefühlt.“
Rolf Stein, Kreiszeitung, 29. Februar 2016

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