THEATERBREMEN

Moks

Ich rufe meine Brüder

14+
von Jonas Hassen Khemiri
Eine Moks-Produktion

„Ich ist ein Anderer.“ (Arthur Rimbaud) — Stockholm 2010. Eine Autobombe. Ein Selbstmordattentat. Amor ist auf den Straßen unterwegs, er telefoniert mit seinen Brüdern, seinen Freunden. Noch wird niemand verdächtigt. Er ist unschuldig. Auch wenn er selbst daran zu zweifeln beginnt. Er bewegt sich durch die Stadt und geht möglichst unauffällig seinem Alltag nach. Aber wie sieht man aus, wenn man sich ganz normal verhält? Amor fängt an, sich selbst zu beobachten. Es gilt unsichtbar zu werden. Sich zu rasieren. Kein Palästinensertuch zu tragen. Nicht aufzufallen.
Ist das schon paranoid? Wann beginnt man der zu werden, zu dem man glaubt gemacht zu werden? Amor ruft seine Brüder, um sich zu vergewissern, wo die Grenze zwischen Täter und Opfer, Fantasie und Wirklichkeit verläuft. Das Stück verlegt den Krieg gegen den Terror dorthin, wo eine stets alarmbereite Überwachungsgesellschaft mit kulturell voreingenommenen Täterprofilen ihn zu schüren pflegt: in den Kopf.

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Ich rufe meine Brüder

Pressestimmen

„Regisseurin Babett Grube macht daraus in ihrer fein ausgearbeiteten Inszenierung eine sich durch Angstenergie und Spielfreude auszeichnende herrliche Slapsticknummer mit einem nicht von der Hand lösbaren Klebebandfitzel. Dieser wird so ganz nebenbei zum Stigma des Andersseins – das auch Amor anhaftet.“
Jens Fischer, taz, 22. April 2015

„‚Gehen 90 Deutsche und ein Araber in einen Raum, wer hat mehr Angst?‘ Selten bringt ein hinzuerfundener Einstiegssatz das aufgeführte Stück dermaßen gut auf den Punkt, wie diese Anfangsbemerkung von Yassin Trabelsi: ein durchaus arabisch anmutender, deutsch-tunesischer Schauspieler im Blickduell mit 90 Zuschauern.“
Jens Fischer, Die Deutsche Bühne online, 20. April 2015

„Die deutsche Übersetzung des Stücks wirkt voll krass Jargon-authentisch. Und die Inszenierung ist allein vom kraftvoll rasanten Spielduktus her ein wahrer Mutmacher, nicht gesellschaftliche Zuschreibungen, sondern eigene Lebensentwürfe zum Lebensspiel zu verwenden. Um auch Angstfrei 65 Minuten lang mit einem Araber und 90 Deutschen in einem Raum verbringen zu können.“
Jens Fischer, Die Deutsche Bühne online, 20. April 2015

„Von den fatalen Spiralen solcher unguter Gedanken erzählt das Stück recht eindrucksvoll. Am Ende zeigt sich, dass [die Ausgangstür zum Glück doch nicht verschlossen war – und] es vielleicht doch noch eine Chance gibt, allen Aufgeregten friedvoll den Rücken zu kehren.“
Sven Garbade, Weser Kurier, 20. April 2015

„Autor Jonas Hassen Khemeri bringt Leichtigkeit ins brisante Spiel um Fremdenhass und Wahnvorstellungen. Babette Grube betont dies mit einer schnörkellosen Inszenierung ohne Kulisse.“
Corinna Laubach, BILD, 20. April 2015

„Wirklich Sehenswert“
Corinna Laubach, BILD, 20. April 2015