THEATERBREMEN

Theater am Goetheplatz

Il barbiere di Siviglia

Komische Oper in zwei Akten von Gioacchino Rossini
Text von Cesare Sterbini nach der Komödie
Le Barbier de Séville ou La Précaution inutile von
Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais

Es sind erst die Fehler, die ein System entlarven – die Schraube, die locker sitzt, eine Feder, die unkontrolliert zurückschnellt, plötzlich auftretende Automatismen oder Momente der Trägheit. Die Komödie baut auf solche Fehler, in ihrem politischen, sozialen oder spielerischen Räderwerk folgt sie ganz eigenen Gesetzen und Regeln. Sie steht nicht für das alltägliche Leben, ist höchstens eine Illusion davon. Ihr Ursprung aber liegt in der menschlichen Sphäre des Lebens: im Spiel des Kindes, im menschlichen Versagen, in der scheinbaren Unüberwindbarkeit des trägen Körpers. „Il barbiere di Siviglia“ zeigt eine Gesellschaft, die aus dem Tritt gekommen ist, in der die Mechanik des Systems – und damit vor allem die Musik Rossinis – unerbittlich weiterrattert, während einige dem Tempo erliegen oder bei ihrer Suche nach Liebe und Geld auf der Strecke bleiben. „Das ist kein Leben mehr, das ist Automatismus, der im Leben sitzt und seine Stelle einnimmt.“ (Henri Bergson)

Diese Welt in Rossinis Komischer Oper duldet kein Erstarren, weshalb die rasanten Rhythmen, unter der Leitung des Barockspezialisten Olof Boman, stets zu neuen Verwirrspielen und komischen Automatismen antreiben. Michael Talke übernimmt, nach „Rigoletto“, die Regie.

Dauer: 2 Stunden 50 Minuten, eine Pause

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Pressestimmen

„Der letzte Ton war am Sonnabend kaum verklungen, als ein unbeschreiblicher Jubel im Zuschauerraum losbrach. Das war der gerechte Lohn für eine absolut hinreißende Inszenierung, die einer der Hits der Spielzeit werden dürfte.“
Iris Hetscher, Weser Kurier, 24.10.2016

„Michael Talke hat mit seiner Version des „Barbier von Sevilla“ erneut bewiesen, wie man fast zu Tode gespielten Stoffen ein frisch-freches und zugleich genau der Musik abgelauschtes neues Kleid verpasst.“
Iris Hetscher, Weser Kurier, 24.10.2016

„Absolut umwerfend ist Hyojong Kim, der zurzeit wohl beste Tenor am Theater Bremen, der seinen leichten tumben Almaviva strahlen, jauchzen und locken lässt, auch für Nerita Pokvytyte ist die unzufrieden-muffelige Rosina eine Paraderolle, ihre Koloraturen sind präzise wie schwindelerregend und trotzdem voller Witz.“
Iris Hetscher, Weser Kurier, 24.10.2016

„Olof Boman kitzelt gemeinsam mit den Bremer Philharmonikern allen Witz aus der Partitur heraus, lässt diszipliniert mit viel Tempo spielen, arbeitet gleichzeitig sehr schöne einzelne instrumentale Akzente heraus.“
Iris Hetscher, Weser Kurier, 24.10.2016

„Der Stil macht Spaß, wir haben lange nicht mehr so gelacht in der Oper!“
Ute Schalz-Laurenze, nmz-online/Kreiszeitung, 24.10.2016

„Das ist Rossini als großes Spektakel. Tosender Jubel! Wertung: Absolute Weltklasse“
Corinna Laubach, BILD, 24.10.2016

„Das Verwirrspiel, die rasanten Rhytmen unter Leitung [...] Olof Boman(s) und das Maskeraden-Spiel von Regie-Chef Michael Talke ist grotesk, urkomisch, aber nie albern. Diese Oper macht drei Stunden lang einfach nur Spaß.“
Corinna Laubach, BILD, 24.10.2016

„Dieser „Barbier von Sevilla“ am Bremer Theater ist ein Anti-Depressivum! Spritzig, frech und atemberaubend komisch! Das Premierenpublikum reagierte mit euphorischem Jubel.“
Margit Ekholt, Radio Bremen, 25.10.2016

„Hinreißend, unterhaltsam, amüsant, augenzwinkernd, ironisch. Genau das Richtige, wenn man leicht schräge Interpretationen mag.“
Margit Ekholt, Radio Bremen, 25.10.2016

„Vor allem die vier Hauptdarsteller meistern ihre Partien nicht nur stimmlich auf höchstem Niveau, sondern lassen es auch spielerisch krachen.“
Margit Ekholt, Radio Bremen, 25.10.2016

„Zudem gibt es in der Bremer Inszenierung noch etwas Besonderes: eine Figur, die in der Oper nicht vorkommt: ein Moderator im eleganten Smoking, wunderbar gespielt von Guido Gallmann […].“
Margit Ekholt, Radio Bremen, 25.10.2016

„Überhaupt: das ganze Ensemble war in Hochform, nicht nur gesanglich, sondern auch schauspielerisch.“
Karolina Meyer-Schilf, taz, 31.10.16

„Diese Inszenierung ist ein sensationell lustiger musikalischer Hochgenuss.“
Karolina Meyer-Schilf, taz, 31.10.16

„Einmal ganz ehrlich: es war alles ziemlich außergewöhnlich, was uns da Regisseur Michael Talke mit seiner neuesten Regiearbeit vorgesetzt hat, gemessen an den meisten bisher gesehenen Inszenierungen dieser Oper.“
Hermann Habitz, Der neue Merker, 29.12.2016

„Der größte Knaller war die Übernahme des nebenan im Schauspielhaus beschäftigten Guido Gallmann, der sich korrekt mit den Worten „Ich bin ein Regie-Einfall“ meldete und mit treffenden Kommentaren die Wichtigkeit seiner Person unterstrichen.“
Hermann Habitz, Der neue Merker, 29.12.2016

„Der Sänger (Birger Radde) hat mit unendlich vielen Feinheiten die Partie aufgewertet. Die Besetzung des Grafen Almaviva mit Hyojong Kim ist ebenfalls als Glücksgriff zu bezeichnen, denn nicht immer werden die sehr hoch komponierten Passagen dieser Partie so sauber dargeboten. […] Der überstarke Applaus gilt als sicherer Beweis dafür.“
Hermann Habitz, Der neue Merker, 29.12.2016