THEATERBREMEN

Kleines Haus

Knausgård II: Lieben

Der zweite Teil eines Theaterprojekts nach den Romanen von Karl Ove Knausgård

„Es gab zwei verschiedene Sätze von Gefühlen für sie in mir. Der eine sagte, du musst gehen, sie verlangt zu viel von dir, du wirst all deine Zeit auf sie verwenden, und wie soll es dann mit allem anderen weitergehen, was dir wichtig ist, deiner Selbständigkeit und deinem Schreiben? Der zweite sagte, du liebst sie, und sie weiß, wer du bist. Beide Sätze trafen zu, waren jedoch miteinander unvereinbar, der eine schloss den anderen aus, und umgekehrt.“ — Karl O. Knausgård
Regisseur Frank Abt, Schauspieler Robin Sondermann und ihr Team folgen in einem sechsteiligen szenisch-literarischen Projekt dem norwegischen Autor und seiner genauen Protokollierung des Alltags. In dieser Spielzeit nähern sie sich den ersten zwei Bänden der großen Romanserie spielerisch und mit langem Atem an. Das radikale Vaterporträt im umjubelten Roman „Sterben“ wird nun in „Lieben“ ergänzt durch die kompromisslose Suche nach Nähe und Beziehung. Zugleich ist es die Geschichte eines Mannes, der gegen die Verweiblichung der Mittdreißiger antobt und doch akzeptieren muss, dass er „genauso verweiblicht ist wie sie“.

Dauer: ca 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause

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Pressestimmen

„ [Karl Ove Knausgård’s] Roman „Lieben“ erfuhr nun beim Bremer Schauspiel in der Inszenierung von Frank Abt eine feinsinnige Umsetzung. Der Abend im Kleinen Haus des Theaters Bremen rückt die Risiken des autobiografischen Schreibens gefühlsstark ins Bild. […] Reduziert in der Ausstattung ist auch dieser zweite Streich, doch ihm gelingt es besser als dem ersten, eine emotionale Zuspitzung aus dem Prosa-Text für die Bühne zu entwickeln. […] Der Pulli norwegisch, das Gesicht voll jugendlicher Leuchtkraft – als netter und zugleich ernsthafter Mensch ist Sondermann eine Idealbesetzung. Dabei folgt der autobiografische Text von Knausgård, den sich Sondermann als vorzüglicher Sprecher zu eigen macht […]. Nachdem die Inszenierung mehrmals herrlich lakonischen Leerlauf in Sondermanns Rede eingebaut hatte, etabliert sich nun durch das Gewusel von Kindern und auch mittels Sorels unterspielter Freundlichkeit eine Art von alltäglicher Wohnlichkeit.[…]So gelingt ein wunderbar kluger und leiser Abend, der reich an Lebenskraft ist und der von dem hohen Preis erzählt, den ein Schriftsteller zahlen muss, wenn er derart offen aus seinem Innersten erzählt“.
Sven Garbade, Weser-Kurier, 20. März 2017

„Sondermann ist ein fantastischer Knausgard. […]Fania Sorel, die Knausgards Frau Linda verkörpert, zeigt dies mit eindrucksvollem Körpereinsatz. […] In ihrem beeindruckenden Spiel mit Sondermann wird deutlich, wie schlecht es um die Ehe der Knausgards steht. […] Lieben ist eine gelungene Romanadaption, die den Bestsellerautoren, endlich nicht nur feiert, sondern auch kritisch hinterfragt, wie dessen Offenheit für seine Angehörige sein muss“.
Vanessa Reiber, taz, 18./19. März 2017

„Wie erzählt wird, das hat allerdings durchaus eine Wucht – was vor allem am Darsteller Robin Sondermann liegt. […]Sondermann bewältigt dabei nicht bloß eine Unmenge an Text aus dem mehr als 700 Seiten starken Roman, sondern er vermittelt zugleich eine Ahnung davon, was Millionen von Lesern un den Baum gezogen haben konnte […].“
Jens Laloire, Kreiszeitung, 18. März 2017