THEATERBREMEN

Kleines Haus

Lieben

nach dem Roman von Karl Ove Knausgård
Deutsch von Paul Berf
Ein Projekt von Frank Abt, Torsten
Kindermann und Robin Sondermann

„Exhibitionismus ist ein Ausdruck der Seele. Radikale Offenheit ein Versuch, Gefühle unter Kontrolle zu halten.“ (Oskar Roehler) — Das eigene Leben schonungslos zum Gegenstand des Erzählens zu machen und zu beschreiben, was es heißt, ein Mensch der Gegenwart zu sein – dazu hat sich der norwegische Autor Karl Ove Knausgård in seinem Projekt „Min Kamp“ (Mein Kampf) entschlossen. Sucht ist die Zentralmetapher, mit der Knausgård-LeserInnen ihr Erlebnis beschreiben. In Norwegen mussten Firmen „Knausgård-freie“ Tage ausrufen: kein Lesen mehr während der Arbeitszeit.
Regisseur Frank Abt, Musiker Torsten Kindermann und Schauspieler Robin Sondermann folgen dem Autor und seiner genauen Protokollierung des Alltags. In dieser Spielzeit nähern sie sich den ersten zwei Bändern der sechsteiligen Romanserie spielerisch und mit langem Atem an.
Was bleibt von all der Romantik und Leidenschaft, wenn der Alltag Einzug hält ins Leben zweier moderner, auf Selbstverwirklichung bedachter Menschen mit kleinen Kindern? Anspruch und Wirklichkeit prallen aufeinander. Das tägliche Ringen um Freiräume, Lebensfreude und Zeit wird zum unauflösbaren Konflikt. Die eigene Identität muss mit Klauen verteidigt, die Liebe immer wieder neu gefunden werden. Ein Kraftakt, von dem Karl Ove Knausgård in seinem Roman „Lieben“ voller Zärtlichkeit und mit entwaffnender Ehrlichkeit erzählt. Das radikale Vaterporträt seines umjubelten Vorgängerromans „Sterben“ wird nun in „Lieben“ ergänzt durch das kompromisslose Suchen nach Nähe und Beziehung.

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