THEATERBREMEN

Theater am Goetheplatz

Oreste

von Georg Friedrich Händel

Auf der Insel Tauris herrscht König Thoas, mit archaisch-blutigen Methoden hält er alle in Angst und Schrecken. Thoas von Tauris tötet statt zu reden, jedem Begehren lässt er ungezügelt freien Lauf. Dieser König ist ein dunkler Dämon, eine Verkörperung all jener Triebe und Affekte, die Zivilisation und Aufklärung seit Jahrhunderten in Schach zu halten versuchen, in Thoas sind sie noch lebendig.
Eines Tages aber betreten Menschen, die das tödliche Begehren nach Blut und Lust in sich zum Schweigen gebracht hatten, die Insel dieses wilden Königs. Der Muttermörder Oreste und seine Schwester, die Priesterin Iphigenie, sein treuer Freund Pylades und seine liebende Ehefrau Hermione und schließlich auch Philoktet, der einer von Thoas’ Männern ist, müssen sich auf Tauris fragen, wie stabil die zivilisatorische Schicht tatsächlich ist. Der Taurer-König weckt in ihnen wieder ein dunkles Begehren, das sie längst besiegt glaubten. Wie werden sie umgehen mit dem Wiedererwachen ihrer geheimsten Triebe?
Händels „Oreste“ ist eine Studie über das Dunkle im Menschen, das der aufgeklärte Zeitgenosse lieber verdrängt statt es in seinen mühsam ausgeglichenen Seelenhaushalt zu integrieren.

Dauer: 2 Stunden 30 Minuten, eine Pause

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Besetzung

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Pressestimmen

„Einen großen Anteil an dieser faszinierenden Interpretation des Stoffes haben zudem die durchweg großartigen Sänger des Bremer Opernensembles, die nicht nur ausdrucksstark agieren, sondern ihre Sangeskunst bei der Ausgestaltung der Da-Capo-Arien eindrucksvoll zeigen. Gelobt werden müssen ausnahmslos alle und zwar in höchsten Tönen […]. Bei der Premiere am Sonntagabend gab es als Belohnung großen Jubel für Sänger, Orchester, Dirigenten sowie für das gesamte Regie-Team.“
Iris Hetscher, Weser Kurier, 26. Mai 2015

„Robert Lehniger verpasst der Barockoper frische Züge, spielt überzeugend mit den Elementen Film und Theater. [...] Die Philharmoniker begeistern.“
Corinna Laubach, Bild, 26. Mai 2015

„Ausgesprochen lebhaft ist der Händelklang der um weitere historische Instrumente erweiterten Bremer Philharmoniker unter der Leitung Olof Bomans. Kernig und frisch, mit kraftvollen Akzenten, kommt die Musik unter Bomans energiegeladenem Dirigat daher und klingt fast schon zu schön für die Bühnenhandlung. Dennoch greifen Musik, Regie und Bühnenbild in dieser Inszenierung stimmig ineinander.“
Annkatrin Babbe, Nordwest Zeitung, 26. Mai 2015

„Boman überzeugt mit den fabelhaft gecoachten Musikern mit einem Farben- und Artikulationsreichtum, mit einem zugrunde liegenden „Beat“, mit einer gleichzeitig emotionalen Wucht, wegen der allein diese Aufführung schon empfehlenswert ist. […] Die selten gespielte Oper […] hätte mit ihrer aktuellen Frage nach dem Bösen in uns allen eine größere Repertoirepräsenz verdient. Eine Erkenntnis, zu der die mit Ovationen belohnte Aufführung in Bremen erheblich beiträgt.“
Ute Schalz, Kreiszeitung, 25. Mai 2015