THEATERBREMEN

Theater am Goetheplatz

Orpheus und Eurydike

Ein Gastspiel des Blaumeier-Atelier

Orpheus und Eurydike schmieden Zukunftspläne und bereiten sich unbekümmert auf ihre Hochzeit vor, bis das unabwendbare Schicksal Eurydike aus der farbenfrohen Welt in das graue Totenreich verbannt.
Alles würde Blaumeiers Orpheus dafür geben, seine Angebetete zurückzuholen und so folgt er ihr in die Unterwelt. Dort fristen die Schattenwesen auf skurrile Weise ihr Dasein und Gott Hades tüftelt schon seit einer halben Ewigkeit akribisch an einer Lebensuhr. Seine Gattin Persephone langweilt sich ob der Endlosigkeit und sehnt sich nach ein bisschen Abwechslung. Mit seinen leidenschaftlichen Gesängen und seinem herzzerreißenden Anliegen schafft Orpheus es, die Götter milde zu stimmen. Schließlich darf er den Versuch wagen, die entrückte Eurydike ins Leben zurückzuführen …
Orpheus und Eurydike sind im neuen Stück des Bremer Blaumeier-Ateliers mehr als ein Liebespaar. Die 14 behinderten und nicht behinderten SchauspielerInnen des Blaumeier-Ateliers beeindrucken durch gekonnte Rollenwechsel. So gibt es Orpheus und Eurydike in verschiedenen Besetzungen, die dem Paar und ihrer Liebe viele Facetten abgewinnen. Die SchauspielerInnen rücken zudem als Geisterwesen die Schattenwelt ins rechte Licht und geben den Göttern und mythischen Figuren unnachahmlich Gestalt.
Mit feinsinnigem Humor, mit live-Musik und in beeindruckenden Bildern spielt das Blaumeier-Theaterensemble in seiner neuen Theaterproduktion mit großen Gefühlen, mit Diesseits und Jenseits, mit den Schatten der Unterwelt und mit starken Gestalten voll ungebremster Lebenskraft.
Nach Aufführungen im Kleinen Haus wie auch in Köln, Mainz und Berlin ist Orpheus nun im Großen Haus des Theater Bremen zu sehen.

Blaumeiers Orpheus und Eurydike wird ermöglicht durch die freundliche Unterstützung der Aktion Mensch, der Wirtschaftsförderung Bremen, der Anita-Schmidt-Struckmann-Stiftung sowie der Sparkasse Bremen.

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Pressestimmen

Das können die Blaumeier: Neue Perspektiven finden, aus den Rollen heraustreten, Klischees brechen, bei aller Romantik Romanzenseligkeit vorführen. (...)Was sie auch können: Klassische Figuren in ihre und unsere Welt holen. Orpheus (Aladdin Detlefsen) ist ein Pop-Star mit Hip-Hop-Performance, dem das Publikum auf der Bühne zujubelt und entgegen schmachtet. Die Vermählung des Gesangskünstlers mit seiner Nymphe malen Brautkleid, Brautstrauß und Hochzeitsmarsch aus. Nach dem Fest ruckelt sich auch der Haushalt der frisch Vereinten (Dorothe Burhop und Maximilian Kurth) zurecht. Da sieht man, dass auch bei antiken Helden gearbeitet werden muss, bis das Hochzeitsfoto richtig hängt und sich das herzförmige Sofa zusammenfügt. Und dann beginnt der Alltag und damit das Drama.
Rainer Beßling, Kreiszeitung 28.06.2013

„Liebe ist wie ein Tor, das sich nie schließt.“ Wer so schön von der Leidenschaft singt, der hebelt auch die dicksten Türen aus. (…) Besonders die innige Beschwörung von Liebesgefühlen macht die Premiere so liebenswert. (…)das Theaterprojekt für Menschen mit und ohne Behinderung zeigt an diesem Stoff einfühlsam auf, welche lebensfrohen Aspekte man aus dem (theatralen) Schattenreich mit ins Leben bringen kann.
Sven Garbade, Weserkurier 28.6.2013

Blaumeier traut sich nun nicht nur Tragödie, sondern vertraut auch zunehmend der szenetragenden Präsenz seiner durch Verschiedenartigkeit faszinierenden AkteurInnen. (...) Das Regieteam aus Imke
Burma, Jörg Isermeyer und Barbara Weste setzt auf eine komplett eigene Bühnenmusik; lässt die Klage nicht nur mit eigenen Tönen klingen, sondern auch tanzen: Aladdin Detlefsen tut das mit derart intensiver Verzweiflung, dass nicht nur bei Hades Tränen fließen.
Henning Bleyl, taz Nord, 28.06. 2013