THEATERBREMEN

Theater am Goetheplatz

Rigoletto

Melodramma in drei Akten von Giuseppe Verdi
Text von Francesco Maria Piave
nach dem Schauspiel „Le roi s’amuse“ von Victor Hugo

„In der wirklich verkehrten Welt ist das Wahre ein Moment des Falschen.“ (Guy Debord) — Beruflich ist der verwachsene Rigoletto als Hofnarr vor allem fürs Nachtreten zuständig: Während sein Chef, der Herzog von Mantua, die Verführung möglichst vieler Gattinnen und Töchter ins Zentrum seines Interesses gestellt hat, macht sich Rigoletto über deren Ehemänner und Väter lustig. Als Privatmann kümmert er sich im Gegensatz dazu liebevoll um seine Tochter Gilda. Dass sich dieses menschliche Kleinod nicht für immer vor der Rache der Hofherren und dem Verlangen des Herzogs verstecken lässt, liegt nahe. Und so passiert, was passieren muss. Rigolettos sauber getrennte Welten sind zerstört, und er sinnt auf blutige Rache. Aber die einzige Gewissheit des Clowns ist sein Scheitern. Und so liegt am Ende Gilda tot im Sack, während der Herzog das unverwüstliche Lied von der weiblichen Untreue singt.
Regisseur Michael Talke widmet sich nach Donizettis „Liebestrank“ in der letzten Spielzeit nun der dunklen Seite der italienischen Oper.

Dauer: ca. 2 Stunden 30 Minuten, eine Pause

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Pressestimmen

„Talke hat bereits bei seinem fulminanten „Liebestrank“ in der vergangenen Spielzeit bewiesen, das[s] er das Spiel mit Genres und Zitaten beherrscht. […] [Er verlegt] „Rigoletto“ in eine Geisterbahn ohne Ausgang. Das beschert dem Publikum einen packenden und zudem musikalisch köstlichen Opernabend“
Iris Hetscher, Weser Kurier, 26. Oktober 2015

„Talkes szenische Umsetzung ist spannend und überzeugend […]
Die Leistung des Ensembles ist hervorragend, an der Spitze steht Hyojong Kim als herrlich singender Herzog.“
Wolfgang Denker, Kreiszeitung, 26. Oktober 2015

„Viel deutlicher als Talke mit dieser Inszenierung kann ein Regisseur dem Publikum die desillusionierende Grundkonstellation im Rigoletto kaum machen. Die Intensität, mit welcher alle Sänger auf der Bühne hier ihre Rollen verkörpern, lässt diesen Opernabend schließlich zu einem jener werden, an die sich der Gast noch lange erinnern wird: weil die Inszenierung so pfiffig ist, die Bremer Philharmoniker unter Clemens Heil zur Höchstform aufspielen, der Chor des Theaters Bremen Großes leistet und die Gesangssolisten durch die Bank besser singen, als man es in einer Oper der Größe Bremens erwarten darf.“
Alexander Schnackenberg, Delmenhorster Kreisblatt, 26. Oktober 2015

„Bestnoten [für die Inszenierung]. Der Name Michael Talke bürgt einmal mehr für Qualität. Talke inszeniert schon seit mehr als zehn Jahren mit großem Erfolg in Bremen – zuletzt Donizettis „Liebestrank“, Zuschauer und Kritik waren hingerissen. Und auch hier, beim „Rigoletto“, geht sein Konzept auf. Ein mitreißender, berührender Abend. Das Premierenpublikum war restlos begeistert.“
Margit Ekholt, Nordwestradio, 27. Oktober 2015

„Die Inszenierung besticht durch großartige Stimmen: Claudio Otelli (Bassbariton) singt den Rigoletto stimmgewaltig. Otelli begann seine Karriere an der Wiener Staatsoper und gehört seit der letzten Spielzeit fest zum Bremer Ensemble. Marysol Schalit (Sopran) überzeugt als Gilda, und zwar nicht nur stimmlich, sondern beide beweisen auch ein großes schauspielerisches Können. Das gleiche gilt für Hyojong Kim als Herzog (Tenor). Ebenso überzeugend die Bremer Philharmoniker unter der Leitung von Clemens Heil. Die schaffen es mühelos, die musikalischen Farbnuancen dieser Oper hörbar zu machen: sowohl die dunkle, vernichtende Welt, als auch der Kosmos der Liebe.“
Margit Ekholt, Nordwestradio, 27. Oktober 2015

„Clemens Heil und die Bremer Philharmoniker musizierten ihren Verdi mit scharfen Kontrasten und knalligen Effekten, ganz im Sinne der Inszenierung. Er betont besonders die düsteren Farben der Partitur. Das begann schon beim unheildrohenden Vorspiel und setzte bis zum dramatischen Schluss fort. Eine Wiedergabe, die mit unerbittlicher Stringenz überzeugte“
Wolfgang Denker, Nordwest Zeitung, 26. Oktober 2015

„Die Begeisterung für alle Solisten, Chor, Orchester und das Leitungsteam ist außerordentlich und lang anhaltend.“
Achim Dombrowski, Opernnetz, 26. Oktober 2015

„Claudio Otelli […] hat bereits in den „Meistersingern“ gezeigt, zu welcher Bandbreite und Expressivität sein Bassbariton fähig ist. Davon profitiert nun auch sein Rigoletto, dem Verdi keine einzige strahlende Arie gönnt, sondern der seine Zerrissenheit in vielen, eher deklamatorisch angelegten Stücken ausdrücken muss, was Otelli überzeugend gelingt.“
Iris Hetscher, Weser Kurier, 26. Oktober 2015