THEATERBREMEN

Kleines Haus

Schimmernder Dunst über CobyCounty

nach dem Roman von Leif Randt

„You can't be scared of shit. Just pretend like it's a video game. Act like you're in a movie or something.“ (Harmony Korine) — In CobyCounty, einem dauersonnigen Ort irgendwo am Meer, wo es allen gut geht, gibt es kein Unglück. Nur ein Sturm kündigt sich an. Davon ziemlich unbeeindruckt bewegt sich der junge Literaturagent Wim durch dieses paradiesische Fleckchen Welt. Beziehungen beginnen und werden beendet, gefeiert wird auch mal übermäßig und auch der Job geht verloren. Doch alles fühlt sich auf sonderbare Weise gedämpft und konsequenzlos an. Als wäre es ein Videospiel oder ein Film. Völlig ohne moralischen Zeigefinger gelingt es dem bereits vielfach ausgezeichneten Autor Leif Randt eine Atmosphäre zu erzeugen, die auf unheimliche Weise anzieht und abstößt zugleich. „Ein junger Mann, dem man zutraut, die Sehnsucht nach einer literarischen Spiegelung der Gegenwart ein wenig zu erfüllen.“ (F.A.Z.)

Dauer: 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause

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Schimmernder Dunst über CobyCounty

Pressestimmen

„Im Unterschied zum Roman, heißt es auf dem Programmzettel, liege die Kraft des Theaters in der Möglichkeit der realen menschlichen Begegnung. Regisseur Felix Rothenhäusler nutzt diese Kraft für eine inhaltlich radikale, in ihrem Mitteln aber angenehm sparsame Inszenierung. (…) Aus ‚Schimmernder Dunst über Cobycounty‘ wird somit eine erfrischende Gesellschaftsparodie fernab aufdringlicher Fingerzeige.“
Johannes Bruggaier, Kreiszeitung, 16. September 2013

„Justus Ritter überzeugt, weil er dem milchbübigen Helden dieser Farce eine Sehnsucht nach Tragik einimpft. Siegfried W. Maschek gefällt als bis zur Unerträglichkeit toleranter Gute-Laune-Bär. Herausragend aber ist Guido Gallmann und das gleich in verschiedenen Rollen.“
Johannes Bruggaier, Kreiszeitung, 16. September 2013

„So poliert die Inszenierung hingebungsvoll an einer zum Programm erhobenen Oberflächlichkeit – bei der übrigens ein echtes Einhorn mittraben darf. Die Welt ist Fantasy, eine bunte Fassade, ohne die sinnstiftende Kraft des Wortes.“
Sven Garbade, Kurier am Sonntag, 15. September 2013

„Emotion ist hier nie mehr als ein wirkungsloses performatives Spiel, und als plötzlich ein echtes Pferd durch den Glitzerstrand schnaubt, ist das zwar ein kreatürlicher Kontrapunkt zur darstellerischen Unaufgeregtheit der übrigen Inszenierung, gleichzeitig ästhetisiert die Regie das Kreatürliche aber, indem sie das Pferd als Einhorn ausstaffiert, mit gefärbter Mähne und angeklebtem Horn.
Dieses Spiel mit Körperlichkeit und Ästhetik, mit Ironie und Ernst, auch: mit dem Gegensatz zwischen großen Bildern und Minimalismus beherrscht Rothenhäusler. Anders als bei seinen bisherigen Bremer Arbeiten, zuletzt ‚Die Affäre Rue de Lourcine‘ und ‚Die Räuber‘, findet es aber mit ‚Schimmernder Dunst über CobyCounty‘ eine Vorlage, die der um subversive Coolness bemühten Regie angemessen ist.“
Falk Schreiber, Theater heute, November 2013