THEATERBREMEN

Werder Bremen, Platz 12

Torture the Artist

nach Motiven des Romans von Joey Goebel
ein Projekt von Alexander Giesche mit jungen Talenten von Werder Bremen
Alle Sitzplätze sind überdacht. Wetterfeste Kleidung ist dennoch von Vorteil.
15 € / 9 € erm.

„Schönes Wort: das Rasen der (Fußball)kunst – als Tor zu anderen Wirklichkeiten“ (Klaus Theweleit) –– Der todkranke Medienmogul Lipowitz produzierte sein Leben lang nichtssagende Unterhaltung. Auf dem Sterbebett
möchte er das wieder gut machen und gründet „New Renaissance“: Ein Programm, das hochbegabte Kinder zu
KünstlerInnen macht, die die Unterhaltungsindustrie wieder intellektualisieren sollen. Vincent ist einer dieser ausgewählten Talente. Das fatale Prinzip heißt dabei: ohne Leid keine Kunst.
Regisseur Alexander Giesche geht ausgehend vom Roman dieser These nach und möchte behaupten, dass Kunst ohne psychische Qual möglich sein kann, sein muss. Dabei versucht er die Unmöglichkeit der Begegnung zweier Pole möglich zu machen: Theater und Fußball. SchauspielerInnen des Theater Bremen treffen auf junge Talente von Werder Bremen. Dabei nähern sie sich der Kunst in Verbindung mit Leistung und üben sich in der Unbekümmertheit, die ein jedes Spiel – ob auf dem Platz oder der Bühne – erst wirklich vollendet.
Wenn Fußball der Seismograph der Gesellschaft ist, wie viel Leistung wird dann erwartet?
Pünktlich zur EM findet diese außerordentliche Begegnung auf dem Spielfeld statt.

Dauer: ca 90 Minuten, keine Pause

Achtung! Die Vorstellung am 17. Juni muss leider entfallen!

Termine / Karten

Besetzung

Fotos

Pressestimmen

„Ganz entspannt im Hier und Jetzt. Das ist die Kunst Giesches. 90 Minuten geistige Entschlackung zum Preis einer Theaterkarte. Ein Schnäppchen.“
Jens Fischer, taz 18./19.06.2016

„Theaterinstallations- und Entschleunigungskünstler Alexander Giesche nutzt […] auch zur Balltreter-EM das Kickertum als Metapher fürs große Ganze: Sag mir, welche Spieltaktik du bevorzugst und ich sage dir, was für ein Mensch du bist. Und ob du triumphieren wirst.“
Jens Fischer, taz 18./19.06.2016

„Der Clou der Inszenierung besteht darin, dass sie die Zuschauer offensiv zu Voyeuren der ausgestellten Verausgabung macht.“
Stefan Schmidt, Nachtkritik, 09.06.2016

„Die Fans im Publikum bekommen Ferngläser ausgehändigt, denn die Performance nutzt die ganze Breite des Platzes. Giesche verteilt Bratwürste und Bier, während diffuses Rauschen in den Lautsprechern von Fangesängen überblendet wird.“
Jens Fischer, taz 18./19.06.2016

„Eine wichtige Nebenrolle spielen, man kennt das von Giesche, Dinge. Eine Ballkanone, ein sogennantes Greenkeeper-mobil, mit dem Kleinschmidt um den Platz saust, wenn sie nicht Bengalos zündet.“
Rolf Stein, Kreiszeitung, 17.06.2016

„Justus Ritter beweist etwa, dass er trotz der ganzen Rennerei noch genug Puste hat, um sehr präsent, sehr nuanciert, mit feinen Tönen darüber zu sinnieren, wie es sich wohl anfühlt, eine Fledermaus zu sein, anders wahrzunehmen, andere Erfahrungen zu machen, also die Grenzen des Egos, der eigenen Fantasie zu überwinden.“
Stefan Schmidt, Nachtkritik, 09.06.2016

„Es regiert die normative Kraft des Leistungsprinzips, aber die, die immer 100 Prozent geben, also ständig über sich hinauswachsen wollen und müssen, werden nach all der Marter nicht mit Glücksgefühlen belohnt, sondern mit Stress. Auch in der Kulturindustrie. Deswegen bezieht sich Giesches Performance auch beiläufig auf Joey Goebels Roman ‚Torture the artist‘.“
Jens Fischer, taz 18./19.06.2016

„Mit Antworten hält Giesche sich nicht auf, sondern startet unaufgeregt die Suche nach einem Kunst-, Fußball-, Alltagsleben – ohne Quälerei.“
Jens Fischer, taz 18./19.06.2016

„Torjubel, Rasenrutschen, Spielerpyramide inbegriffen. Leistung und Drill können lohnend sein.“
Hendrik Werner, Weser Kurier, 17.06.2016

„Kurz vorm Schlusspiff, um die Bildbeschreibung des Giesche-Kunstwerkes zu vollenden, läuft noch die U17 der Werder-Frauen ein, vollführt Trainings-, Torschuss- und Torjubelchoreografie.“
Jens Fischer, taz 18./19.06.2016