THEATERBREMEN

Kleines Haus

Unschuld

von Dea Loher

„Ich wünsche mir, dass das Leben weitergeht.“ (Rosa) ­— Eine Stadt am Meer in Europa: Elisio und Fadoul sind illegale Immigranten, sie haben eine Frau ins Meer gehen sehen und ihr nicht geholfen. Der eine kann nicht mehr schlafen, der andere findet eine Tüte voller Geld. Frau Habersatt bittet um Vergebung für Taten, die sie nicht begangen hat. Absolut ist eine junge blinde Frau, die nackt tanzt für Männer, die sie sehen können. Franz arbeitet in einem Bestattungsunternehmen, seine Frau Rosa möchte ein Kind von ihm. Die Mutter von Rosa, Frau Zucker, hat Zucker und zieht bei ihnen ein.
Dea Loher erzählt Geschichten vom Rande unserer Gesellschaft. Kleine traurige und böse Geschichten von kleinen verzweifelten und auch bösen Menschen. Menschen, die Schuld auf sich geladen haben, Menschen, die die Schuld obsessiv suchen, Menschen, die um ihre Würde kämpfen. Desperate Geschichten, die – kunstvoll verwoben oder einfach wuchernd nebeneinander gestellt – zusammen diese Welt meinen.

Dauer: 2 Stunden 40 Minuten, eine Pause

Termine / Karten

Besetzung

Fotos

Pressestimmen

„Darf man im ambitionierten deutschen Gegenwartstheater so ausschweifend über Gott reden, wie Dea Loher das ihren Figuren in dem Stück „Unschuld“ erlaubt? Wenn es so klug, so witzig und – ja, tatsächlich: poetisch geschieht wie in der Inszenierung, die Alexander Riemenschneider jetzt für das Bremer Schauspiel angefertigt hat, ist nichts dagegen zu sagen.“
Rainer Mammen, Weser Kurier, 30. Sep. 2013

„Es ist großartig wie Alexander Swoboda seine Figur diese Gelegenheit zur Abwälzung von Schuld ergreifen lässt: wie sein Fadoul das eigene Versagen in missionarischen Eifer umwandelt.“
Johannes Bruggaier, Kreiszeitung, 30. Sep. 2013

„Meist treffen Riemenschneider und sein Ensemble sehr gut den tragikomischen Ton, der für Lohers Stücke so wichtig ist, damit sie nicht in den Kitsch abrutschen. Die Auf- und Abtritte über die halbhohen Zimmerwände und durchs Souterrainfenster geben dem Ganzen einen surrealen Touch, überbrückt werden die schnellen Szenenwechsel von drei Live-Musikern […].“
Anke Dürr, Spiegel online, 30. Sep. 2013

„Sehenswert ist diese Inszenierung aber vor allem wegen des auf bemerkenswert hohem Niveau agierenden Ensembles. Alexander Swoboda als Flüchtling Fadoul, der der blinden Stripperin Absolut das Augenlicht wiederschenken will, spürt höchst sensibel und mit viel subtilem Humor den Brüchen seiner Figur nach. Susanne Schrader lässt die seelischen Verwerfungen ihrer Frau Habersatt plausibel erscheinen. Annemaaike Bakker ist eine anrührende Absolut – kurz: Es ist ein Vergnügen, wie hier auf allen Positionen die Fallhöhe zwischen Tragik und zartbitterem Humor ausgelotet wird.“
Andreas Schnell, Nordwest Zeitung, 30. Sep. 2013