THEATERBREMEN

Brauhaus

Waisen

14+
von Dennis Kelly
Eine Moks-Produktion

Ein ganz normaler Abend, ein Abendessen eines Paares, Helen und Danny. Plötzlich steht Helens Bruder Liam blutüberströmt im Zimmer. Er versichert, lediglich einem Jungen zu Hilfe gekommen zu sein, der niedergestochen wurde. Doch wo ist dieser Junge jetzt? Müsste man den Vorfall nicht bei der Polizei melden? Während Danny zunehmend irritiert ist von den widersprüchlichen Äußerungen Liams, stellt sich Helen schützend vor ihren vorbestraften Bruder, für den sie sich seit dem Tod ihrer Eltern verantwortlich fühlt und der ihr wichtiger ist als ein Opfer, das sie gar nicht kennt. Danny lässt sich überreden, seinen Schwager ebenfalls zu schützen und ahnt dabei nicht, in welch fatales Geflecht aus Halbwahrheiten, Lügen und Liebe er sich damit verstrickt.
Dennis Kellys Stück „Waisen“ wirft in einem Kammerspiel gesamtgesellschaftliche Fragen nach Schuld, Verantwortung und Zivilcourage auf und enthüllt gleichermaßen, wie schnell Werte wie Moral und Hilfsbereitschaft über Bord geworfen werden, sobald eigene Interessen und Verstrickungen im Vordergrund stehen.


Hier können Sie sich die Materialmappe zum Stück herunterladen.

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Pressestimmen

„Regisseur Konradin Kunze hat das 2011 uraufgeführte Kammerspiel des englischen Dramatikers Dennis Kelly für das Moks als nachhaltig verstörende Parabel inszeniert […] Kunze hat mit Mundwiler, Vetter und Schneider Schauspieler, die durch ihr extrem körperbetontes Spiel die Eskalationen wie auch die Stagnationsphasen dazwischen derart packend gestalten, dass man als Zuschauer kaum zu atmen wagt. […] Kunze hebt das Stück durch einen klugen Kunstgriff auf die Meta-Ebene, die es sowieso beinhaltet: Das Dilemma der Familie ist das der modernen Einwanderungsgesellschaft(en). […] „Waisen“ entlässt das Publikum mit viel Unbehagen und der Frage: Was hättest Du eigentlich gemacht? Das ist stark, ganz stark sogar […]. Bei der Premiere am Sonnabend gab’s viel Jubel für das gesamte Team.“ (Iris Hetscher, Weser-Kurier, 27.11.2017)

„Ein intensiver Theaterabend, der mich vom Anfang bis zum Ende in seinen Bann gezogen hat, wie ein Krimi oder ein Psychodrama. […] In dieser Personen-Konstellation lassen sich […] aktuelle gesellschaftliche Fragen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven nachvollziehen: Rassismus, allgemeine Verantwortung und persönliche Schuld. Überdies gibt es noch eine Besonderheit an der Bremer Inszenierung. Hier bekommt das – im Original abwesende – Opfer Gesicht und Stimme, wenn nämlich ein junger arabischer Mann das Ensemble am Ende ergänzt. […] Zumal sich die Schauspieler oft auch direkt ans Publikum wenden. Und die Zuschauer mit hineinziehen in ihre Geschichte, ihre Entscheidungsnöte und ihre Abgründe. […] Alles in allem ein sehr beeindruckender Abend im Jugendtheater – aber bei Weitem nicht nur für Jugendliche!“ (Christine Gorny, Radio Bremen, 26.11.2017)