THEATERBREMEN

Der Schimmelreiter

Theodor Storms „Der Schimmelreiter“ in einer für das Theater Bremen überarbeiteten Fassung von John von Düffel –Regisseurin Alize Zandwijk setzt Hauke Haien eine „Sündflut“ von Plastik entgegen.
Nächste Vorstellung ist am Mittwoch, dem 12. Dezember, 19:30 Uhr im Theater am Goetheplatz. ausverkauft!

Leben in Einklang mit der Natur. Geprägt von ihrer Gewalt, geborgen in ihrer Schönheit. Hauke Haien hätte das Zeug zum Helden. Er ist einer, der die Natur versteht, der ihre Gesetze kennt und seinen Verstand gebraucht. Er könnte Märchen entmystifizieren, für die Sicherheit des ganzen Dorfes sorgen. Er hat das Wissen, die Mittel und die Position. Allein, dem Dorf fehlt der Glaube an ihn. Er überzeugt nicht, er reibt sich ab an Widerständen, die nicht da sein müssten. Und wird kein Held.

Storms anrührende Geschichte um Liebe und Fortschritt, um Außenseitertum und Brauch, um Macht und Meer hat John von Düffel für das Theater Bremen überarbeitet. Im Bühnenbild von Thomas Rupert lässt Regisseurin Alize Zandwijk die Frage nach einem Lebenskonzept im Einklang mit der Natur auf eine Flut aus Plastik treffen. „Im ‚Schimmelreiter‘ kämpfen die Menschen noch gegen eine Naturgewalt. Eine Gewalt, die sie als göttliches Schicksal deuten,“ führt Zandwijk aus: „In unserer Interpretation ist das eigentlich Tragische, dass der Deich das Dorf vor einer gesellschaftlich selbst verschuldeten Katastrophe schützen muss – einer Plastikwelle

Auf dem Foto sind Nadine Geyersbach, Stephanie Schadeweg, Bastian Hagen, Martin Baum, Alexander Swoboda, Maartje Teussink und Guido Gallmann.

Fotograf: Jörg Landsberg