THEATERBREMEN

Kleines Haus / Premiere

Das schweigende Mädchen

von Elfriede Jelinek

„Den Feind besiegst du ja nicht mit Gewalt. Den musst du mental besiegen.“ (Fatih Akin) — Fünf Jahre dauert der Prozess gegen die rechtsra­dikale Terrororganisation NSU bereits. Es ist eines der größten Gerichtsverfahren der Bundesrepublik, in dem auch der Rechtsstaat selbst auf dem Prüfstand steht, hat es doch die Fehler und Verfehlungen von Polizei, Verfassungsschutz und Bundesanwaltschaft zu Tage gefördert. Elfriede Jelinek macht aus dem Prozess ein infernales Gericht biblischen Ausmaßes mit entsprechendem Personal, das der Monstrosität der Taten das monströse Schweigen der Hauptangeklagten und einzigen Überlebenden des höllischen Trios entgegensetzt. Provozierend groß und sich zur Ikone selbststilisierend ist diese Leerstelle und die Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek schreibt dagegen an, versucht wortreich die Lücke zu füllen. Das Rätsel, die Wut, das Unverständnis und der verzweifelte Versuch, dem rechten Terror und seiner tiefen gesellschaftlichen Verwurzelung beizukommen, bleiben.

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