THEATERBREMEN

Theater am Goetheplatz

Ein Maskenball - Un ballo in maschera

Oper in drei Akten von Giuseppe Verdi
Text von Antonio Somma nach dem Drama "Gustave III.
ou Le Bal Masqué" von Eugène Scribe
15 Uhr Einführung

„Die Forderung, geliebt zu werden, ist die größte aller Anmaßungen.“ (Friedrich Nietzsche) — Gustav III. liebt das Risiko, er ist ein Spieler. Von der Wahrsagerin Ulrica lässt er sich die Zukunft vorhersagen: Eine Verschwörung sei gegen ihn angezettelt und er werde durch die Hand seines besten Freundes Renato sterben. Der König fordert das Schicksal heraus, schlägt die Warnungen in den Wind und lässt keine Gelegenheit aus, sich öffentlich zu zeigen. Zudem trifft er sich heimlich mit Amelia, Renatos Gattin, die seine Ge¬fühle durchaus erwidert. Langsam gleiten ihm die Fäden aus der Hand, das Spiel verselbstständigt sich und Gustav III. wird Opfer seiner eigenen Inszenierung. Giuseppe Verdis 1859 in Rom uraufgeführte Oper bietet so krasse Wechsel wie keine andere aus seiner Feder. Humorvoll beschwingte Episoden in schmissig burleskem Ton treffen auf romantisierende, überschwängliche Gefühlsszenen. Komik schlägt in bitteren Ernst um, Freundschaft wird zur Feindschaft, Operettenstil zum Musikdrama.

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Pressestimmen

„Mit der Inszenierung von Verdis ‚Ein Maskenball‘ hat Regisseur Michael Talke am Theater Bremen einen Volltreffer gelandet. Die Oper um einen Königsmord vereint eine politische Rahmenhandlung mit einer Eifersuchtsgeschichte und beeindruckt durch Bilderreichtum und überragende Sängerleistungen […] Comin lässt die Philharmoniker die Stimmungen wechseln, als wäre das gar nichts: Vom Operettengroove über die bedrohliche, fast spätromantische Düsterkeit der Wahrsagerszene bis zu den komplex gebauten, aufbrausenden mehrstimmigen Arien über große Liebe oder großen Verrat ist stets die richtige Tonalität am Start, […].“ (Iris Hetscher, Weser Kurier, 23. Oktober 2018)

„Im Theater am Goetheplatz inszeniert Michael Talke Verdis Oper ‚Ein Maskenball‘ als bildgewaltiges Untergangsszenario. Die alten Mächte gehen den Bach runter, während die Verschwörung der Fiesen unaufhaltsam zur gefährlichen Massenbewegung wird.“ (Florian Maier, taz, 27. Oktober 2018)

„Musikalisch ist der Abend ein Hochgenuss. Dirigent Marco Comin spornt die sicher und klangschön aufspielenden Bremer Philharmoniker zu wahren Höchstleistungen an, denen sich der hervorragende Opernchor (Alice Meregaglia) nahtlos anschließt. Marco Comin hält die musikalische Hochspannung über den ganzen Abend aufrecht.“ (Michael Pitz-Grewenig, Kreiszeitung, 23. Oktober 2018)

„Talke […] setzt immer auf Ironisierung und auf eine Art wirklichen Klamauk, der aber die Oper im Grunde genommen rettet. Es macht nämlich das ganze Durcheinander erträglich, das heute antiquiert erscheint. […] Durchweg hervorragend. Die Musik sowieso – Verdi geht immer und ist wirklich auf der Höhe seiner Schaffenskraft. Aber auch die Interpreten sind durch die Bank sehr gut […].“ (Stephan Cartier, Bremen Zwei, 22. Oktober 2018)

„Die Arien, Duette und Ensembles, die hohe Ansprüche an die Sänger stellen, bedürfen vorzüglicher Interpreten, die diesen Tücken gewachsen sind. Das Theater Bremen kann sich glücklich schätzen, über geeignete Kräfte zu verfügen. […] Marco Comin am Pult hat dem Premierenpublikum einen großartigen, spannenden Verdi-Abend serviert. Die Begeisterung im Parterre und auf den Rängen war Zeuge dafür!“ (Hermann Habitz, Der neue Merker, 11/2018)

„Talke paart Dramatik mit brillanten Einfällen uneitel und kundig im Dienst des Werks. Verbunden wird diese plastische Ausleuchtung mit einer musikalischen Darbietung auf höchstem Niveau. Marco Comin ist Verdi-Dirigent der Extraklasse.“ (Michael Stange, IOCO, 6. Oktober 2018)

„Michael Talke ist ein Regisseur, dem es immer wieder gelingt, tiefere Ebenen des Verständnisses bekannter Opern zu ergründen, ohne dabei das vokal Lustvolle, was Oper ja auch auszeichnet, zu vernachlässigen. Seine Sichtweise auf Giuseppe Verdis Oper „Ein Maskenball“ überzeugte ohne Abstriche. […] Lisi Olivares Sandoval überzeugte als Gustavo III. stimmlich wie darstellerisch. Mit Patricia Andress stand ihm eine Amelia von ähnlichem Format zur Seite. Dritter im starken Stimmbunde war Birger Radde als Renato Anckerström. Auch seine Stimme passte in ihrer dunklen und rauen Temperierung sehr gut zum Charakter der Rolle. Keine Wünsche offen ließ auch Romina Boscolo als Ulrica. Ein Glücksgriff war Iryna Dziashko, sie gab den Pagen auch sängerisch gelungen als Kobold. Am Ende zu Recht lang anhaltender Applaus.“ (Michael Pitz-Grewenig, foyer, November 2018)