THEATERBREMEN

Theater am Goetheplatz

Fidelio

Oper in zwei Aufzügen von Ludwig van Beethoven
Text von Ferdinand Sonnleithner, Stephan von Breuning und Georg Treitschke nach Jean-Nicolas Bouilly
Für 60 ZuschauerInnen: Auf der Bühne mitten unter den DarstellerInnen – bei Brot und Theaterwein! Infos an der Theaterkasse.​
15 Uhr Einführung

Als eine "Rettungs- und Befreiungsoper" wurde Beethovens einzige Oper "Fidelio" konzipiert, weshalb die im Stück verhandelten Maximen von Gleichheit und Freiheit durch zwei Jahrhunderte und verschiedenste politische Systeme hindurch kultiviert und vereinnahmt wurden. In ihrem Kern erzählt die Oper vom Schicksal Leonores, die, um ihren Mann aus den Händen seines Gegenspielers Don Pizarro zu befreien, nicht nur ihre Identität ablegt, sondern mit all den ihr zur Verfügung stehenden Kräften gegen die vorherrschenden Machtstrukturen ankämpft - und daher im Laufe der Geschichte zur Verkörperung eines Ideals stilisiert wurde.

Als Fanal für die Einmischung und Teilhabe an politischen Prozessen ist die Oper "Fidelio" auch heute noch eine Aufforderung zur Aktivität, zur Emanzipation, zum gesellschaftlichen Seitenwechsel. Daher möchten wir im zweiten Teil der Oper die konventionelle Guckkasten-Situation aufbrechen und einen Teil unseres Publikums auf die Bühne bitten. 60 Zuschauerinnen und Zuschauer sitzen an einem großen Tisch und werden mit Theaterwein, Brot, Öl und Salz verköstigt. Keine Angst: Als Teil der Tischgesellschaft müssen Sie nicht mitspielen. Es könnte allerdings sein, dass einige gebeten werden, ein Schild hochzuhalten oder eine Maske aufzusetzen. In jedem Fall sitzen Sie auf der anderen Seite und sind mittendrin, direkt neben den Sängerinnen und Sängern. Wenn Sie eine/r dieser 60 ZuschauerInnen sein möchten, wenden Sie sich bitte an die Theaterkasse. Und halten Sie sich ran: First come, first serve!

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Pressestimmen

„Er (Yoel Gamzou) hat was gemacht, was ich normalerweise gar nicht so gern mag: Er ist mit der Tempogestaltung sehr, sehr in die Extreme gegangen und hat damit dem Werk einen großen Abwechslungsreichtum, wenn man so will: eine große Lebendigkeit, gegeben, wobei da immer die Gefahr ist, dass man sich im Episodischen verliert, aber […] er hat es doch geschafft, auf eine ganz erstaunliche Weise, das alles zusammen zu halten und in dieser ganzen Vielfalt, in diesem Reichtum, den großen Bogen zu kriegen und eine wirklich spannende, schöne, mitreißende musikalische Aufführung zu schaffen.“ (Detlef Brandenburg, Die Deutsche Bühne facebook „Nach der Vorstellung“, 11. November 2018)

„Anders als Dittrich es tut, lässt sich eine Oper wie Fidelio im Jahr 2018, unter den aktuellen politischen Bedingungen, die in Deutschland herrschen, nicht erzählen. Mein Urteil: Unbedingt anschauen.“ (Thomas Kurianowicz, Bremen Zwei, 17.September 2018)

„Musikdirektor Yoel Gamzou lässt die exzellent spielenden Bremer Philharmoniker in Tempogestaltung und Dynamik fast bis an ihre Grenzen gehen, kostet Rubati (Verzögerung oder Beschleunigung der Tempi) oft bis zum Manieristischen aus und krönt in dem vom zweiten Rang aus gesungenen C-Dur-Finale die Leistung aller Mitwirkenden mit einem hinreißenden, hymnischen Presto-molto-Schluss.“ (Gerhart Asche, Weser Kurier, 18.September 2018)

„So stellt man sich die Eröffnungspremiere einer neuen Spielzeit vor – ein Spektakel für alle Sinne und das Gehirn. Regisseur Paul-Georg Dittrich gelang mit Beethovens Oper „Fidelio“ über weite Strecken das Kunststück, die Handlung zu erzählen, zugleich den geistigen Gehalt des Werkes mit Hilfe einer Reise durch die Rezeptionsgeschichte zu analysieren und das Publikum einzubeziehen. Realisiert wurde dieses Konzept am Sonntagnachmittag von starken Sängerdarstellern und den großartig disponierten Bremer Philharmonikern.“ (Markus Wilks, Kreiszeitung, 18. September 2018)

„Das ist wirklich mal ein originelles Konzept, mit dem sich Regisseur Paul-Georg Dittrich Beethovens einziger Oper „Fidelio“ genähert hat. Er nimmt den Zuschauer im 1. Akt mit auf eine Zeitreise durch die Welt- und Theatergeschichte und macht diese an früheren, historischen Inszenierungen dieser Oper fest. Dabei verknüpft er das Weltgeschehen mit dem Ge- und Missbrauch der gern zu Repräsentationszwecken aufgeführten Oper. […] Für eine durchweg bewegende Wiedergabe sorgt Yoel Gamzou am Pult der beschwingten Bremer Philharmoniker. Seine Dynamik und seine Tempi sind geradezu schwindelerregend.“ (Wolfgang Denker, Nordwest Zeitung, 18. September 2018)

„Mit diesem ‚Fidelio‘ ist dem Theater Bremen musikalisch und szenisch ein großer Wurf gelungen.“ (Michael Stange, IOCO, 8. Oktober 2018)

„Die unter GMD Yoel Gamzou äußerst konzentriert spielenden Bremer Philharmoniker erledigten ihre keinesfalls leichte Aufgabe mit größtem Können. Ebenfalls eine Glanzleistung lieferte der Chor des Theater Bremen, der wiederum durch Alice Meregaglia eine großartige Einstudierung erfahren hatte. Eine gelungene Inszenierung fürs Bremer Theater.“ (Hermann Habitz, Der neue Merker, Oktober 2018)

„Im Zentrum steht Nadine Lehner als Leonore, die ihre Partie mit stählerner Härte und unglaublicher Intensität singt. Der Tenor von Christian-Andreas Engelhardt wird immer kraftvoller und substanzreicher. Er bewältigt den Florestan achtbar. Claudio Otelli gibt den Don Pizarro furchterregend und mit erzener Stimmgewalt. Christoph Heinrich zeigt die freundlichen Seiten des Rocco. Als Marzelline und Jaquino können Marysol Schalit und Joel Scott ihre Partien gut erfüllen.“ (Wolfgang Denker, foyer, November 2018)