THEATERBREMEN

Brauhauskeller

Der Besuch der alten Dame

Moritat frei nach Friedrich Dürrenmatt

Als Klara Wäscher wurde sie mit Schimpf und Schande davon gejagt, als milliardenschwere Dame Claire Zachanassian wird sie sehnsüchtig erwartet und warmherzig empfangen, als sie in ihre Heimatstadt zurückkehrt. Dort ist sie bereit zu investieren und dem verschuldeten Güllen seinen alten Glanz zurückzugeben. Und sie will Rache. Ihr Angebot: eine Milliarde. Ihre Forderung: Jemand muss ihre Jugendliebe töten. Wie weit geht eine materiell ausgeblutete Gesellschaft, wenn Wohlstand und Prosperität locken und ein potenter Investor dafür die Bedingungen diktiert?

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Pressestimmen

In der Titelrolle glänzt Gabriele Möller-Lukasz. […] Nanako Oizumi hat im Brauhauskeller einen großartig abgewirtschafteten Raum geschaffen, mit abgesackten Stuckfassaden und Plastikplanen, die eindrucksvoll signalisieren, dass dieser Ort Mangel und Verfall vereint. […] Schlimmer geht’s immer. So könnte der Leitsatz von Lehmanns flotter Inszenierung lauten, die Dürrenmatts Plot durch launige Lieder („Es jubelt Flora und Fauna“) und drollige Bremen-Parallelen zum ökonomischen Ruin Güllens stimmig ausbaut. […] Gabriele Möller-Lukasz intoniert ihren Anteil an den Couplets so sardonisch und verrucht, als treffe Brecht auf Drake.“ (Hendrik Werner, Weser Kurier, 7. März 2019)

„Nicht nur spießt Lehmann genüsslich das heutige allerorts gepflegte, Brechreiz erregende Standortwerbungsvokabular auf. Sie nimmt die Schuldfrage auch zum Anlass über Schulden nachzudenken […]. Die eingestreuten Bremensien, ein paar launige Gesangseinlagen und die hinreißende Schäbigkeit des Bühnenbilds von Nanako Oizumi sorgen darüber hinaus für kurze Weil.“ (Rolf Stein, Kreiszeitung, 8. März 2019)

„Lieben Sie den Text? Dann sind Sie hier falsch: Wer an Friedrich Dürrenmatts ‚Der Besuch der alten Dame‘ die einzelnen Wendungen und die betulichen 1950er-Späßchen besonders schätzt, wird keine Freude an dem Theaterabend im Brauhauskeller haben. Denn Regisseurin Mathilde Lehmann und Dramaturgin Simone Sterr haben das 32-Personen-Stück kaltblütig auf eine Moritat für die Minibühne des Brauhauskellers und inhaltlich auf die böse funkelnde Grundkonstellation des Werks zurechtgestutzt, und diese wiederum mit lokalen Witzchen garniert und in hippe ökonomische Theorie gehüllt. Moritat nennen sie’s, ein großer Spaß ist es.“ (Benno Schirrmeister, taz, 9. März 2019)