THEATERBREMEN

Theater am Goetheplatz

Jakob Lenz

Kammeroper von Wolfgang Rihm
Text von Michael Fröhling
frei nach Georg Büchners Erzählung „Lenz“

„Da lach’ ich – lache – / kann nicht weinen: / nur schreien, wüten / toben, rasen / in stets erneueter Wahnsinns-Nacht.“ (Richard Wagner, „Parsifal“) — Jakob Lenz, der Sturm-und-Drang-Dichter, wandelt durch das Gebirge, getrieben von Selbstmordgedanken und geisterhaften Stimmen. Die schöne Natur wird zur Bedrohung, der aufkeimende Wahnsinn bestimmt sein Handeln. Der Pfarrer Oberlin nimmt ihn bei sich auf, in der Hoffnung, die Anzeichen der wachsenden Schizophrenie zu lindern. Vergeblich: Lenz verliert zunehmend den Kontakt zur Außenwelt. Wolfgang Rihm erkannte in der Erzählung von Georg Büchner eine berührende „Zustandsbeschreibung innerhalb eines Zerfallsprozesses“. Er legte sie seiner 1977/78 entstandenen Kammeroper zu­grunde und kreierte ein intimes Psychogramm in zwölf Bildern. In ihrer nun dritten gemeinsamen Arbeit nähern sich Marco Štorman und der Sänger Claudio Otelli den zarten wie zerstörerisch-expres­siven Klangwelten Rihms, die zwischen Tonalität und Atonalität, Ruhe und Ekstase tief in die Seele eines Suchenden, Verlorenen blicken lassen.

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