THEATERBREMEN

Kleines Haus

KNAUSGARD VI: KÄMPFEN

Theaterprojekt nach den Romanen
von Karl Ove Knausgård

Am 6. und 7. Juli können Sie die Produktion im Marathon erleben.
Knausgård Marathon

Im letzten Teil der Theaterserie kommen Menschen zur Sprache, über die Knausgård schrieb. Sein Freund und unermüdlicher Gesprächspartner Geir, seine Mutter und Schwiegermutter, Ehefrau Linda, Ex-Frau Tonje, Bruder Yngve, ein Journalist, ein Schriftstellerkollege, Kinder und Alter Egos, Adolf Hitler und Knausgårds Onkel Gunnar, der ihn verklagte. „Wie um alles in der Welt hatte ich mich in eine solche Situation manövrieren können? Wozu sollte das gut sein? Konnte ich nicht das Schlechte für mich behalten, so wie andere Menschen auch? Nein, ich musste es unbedingt allen direkt ins Gesicht sagen und andere im Fallen mitreißen. Mein Freund Geir meinte, ich sollte mich mit der Situation anfreunden. Moral hätte noch nie etwas Eigenes geschaffen, nur Dinge abgelehnt, die geschaffen werden. Das Geschaffene sei das Leben. Und warum Nein zum Leben sagen?“
Zwischen einer gespenstischen Geburtstagsfeier und einem Familientribunal bewegt sich Kämpfen, der letzte Teil der Roman- und Theaterserie, welche nach drei Jahren und fünf Premieren in einem großen Finale ihren Höhepunkt findet.



Termine / Karten

Besetzung

Fotos

Video/Audio

Pressestimmen

„Jens Fischer: Es scheint also für die Gesellschaft besser, psychisches Leid künstlerisch beispielsweise am Theater auszuleben, als es behandeln zu lassen? Uwe Gonther: Eine Welt voll Zerrissenheit und Konflikten und wunderbaren Kunstwerken – oder eine Welt vollgepumpt mit Wohlfühldrogen und Anleitungen zum ‚positiven Denken‘, die gar nichts Kreatives mehr produziert wie die ‚Brave New World‘ von Aldous Huxley. Wenn das die Wahl ist, wäre jeder vernünftige Mensch wohl für die erste Alternative. Jens Fischer: Wovon nicht nur die Künstler, auch die Zuschauer profitieren. Uwe Gonther: Gerade die Zuschauer. Knausgard passt so gut ins Theater, weil beide dasselbe ermöglichen wollen wie die Therapie: Selbstverständigung. Innehalten, psychische Mechanismen darstellen, reflektieren und zum Gesprächsgegenstand machen.“ (Kritik im Dialog: Jens Fischer im Gespräch mit Uwe Gonther, Arzt für Psychiatrie sowie Psychotherapie, Die deutsche Bühne, Juni 2019)

„In der Mitte der Bühne steht eine lange Tafel, eingedeckt zum 40. Geburtstag von Karl Ove Knausgard. Aber schnell ist klar: Der Autor wird diesmal nicht geschont. Was vor drei Spielzeiten als eine Art erweiterte Lesung des ersten Romanbands begann, wird beim letzten Band ‚Kämpfen‘ nun zur kritischen Auseinandersetzung mit der literarischen Vorgabe. Alle bislang beteiligten Romanfiguren treten noch einmal auf und beziehen Position zu Karl-Ove Knausgard. […] Insgesamt setzt diese Inszenierung einen stimmigen Schlusspunkt unter ein mutiges Theaterprojekt. Für Knausgard-Kenner eine anregende Interpretation – für alle anderen ein Knausgard-Crashkurs.“ (Christine Gorny, Bremen Zwei, 5. April 2019)

„Drei Spielzeiten währte das Projekt des couragierten Bücherfresser-Kernteams um Regisseur Frank Abt, Dramaturgin Viktorie Knotková, Schauspieler Robin Sondermann, Ausstatterin Susanne Schuboth und Musiker Torsten Kindermann. Anfänglich überwog die Anmutung einer szenischen Lesung – mit allen zugehörigen Chancen und Risiken zwischen Kampf und Krampf, Pose und Posse. Im weiteren Verlauf wurden den Aneignungen mehr Spielhandlung und Stimmigkeit eingespeist. Jetzt – zweieinhalb Jahre nach der Auftaktveranstaltung – ist die titanische Theaterserie zu einem ebenso würdigen wie schlüssigen Abschluss gelangt, der dem Sonderstatus des letzten Bandes der kolossalen Knausgård-Konfession gleich in mehrfacher Hinsicht gerecht wird.“ (Hendrik Werner, Weser Kurier, 6. April 2019)

„Eine Art Familienfeier, zu der alle etwas mitbringen aus den vergangenen umgerechnet 40 Jahren, wie das bei Familienfeiern eben so ist. […] Linda, die zweite – in ‚Kämpfen‘ noch nicht – Ex-Frau (toll: Fania Sorel), gibt zähneknirschend zu Protokoll, dass das, was da über sie geschrieben steht, eben doch große Kunst sei. […] Onkel Kjatan bekennt sich eindrücklich zu seinem Außenseitertum (sensibel: Matthieu Svetchine). Während Peter Handke (Wieder Maschek in einem szenischen Kleinod) sich seinen Kollegen freundschaftlich zur Brust nimmt und die Band und die Kinder aller fünf bisherigen Abende die Temperatur des Abends wuselnd steigen lassen.“ (Rolf Stein, Kreiszeitung, 6. April)

„Auch diese sechste Bearbeitung lässt das Publikum eintauchen in Knausgards Leben, ohne dabei die kritische Distanz zu verlieren. Die Inszenierung fragt: Was darf Literatur – und zu welchem Preis? Das Spannende ist die Aushandlung: Und dabei kommt, glücklicherweise, nicht nur Knausgard zu Wort.“ (Florian Maier, taz, 16. April 2019)