THEATERBREMEN

Theater am Goetheplatz (Foyer)

Nach den Rechten sehen:

In Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Bremen
Eintritt frei!

Reden hilft. Das gemeinsame Sprechen schafft Verbindungen, im Sprechen versichert man sich seiner selbst, konstituiert man sein noch stummes Denken und wird hörbar.
Der zunächst fast verspielt klingende Titel "Nach den Rechten sehen" beschreibt das Vorhaben: sorgfältig und sorgenvoll beobachten, respektieren, reden und zuhören. All das werden wird in den nächsten Monaten in der Reihe mit verschiedensten ExpertInnen und in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung geschehen. Wir wollen uns nicht gewöhnen an ausländerfeindliche und menschenverachtende Aussagen auf Demonstrationen, im Alltag und in den Parlamenten. Und auch nicht an das Verständnis für deren UrheberInnen. Die Reihe beschäftigt sich mit dem in Teilen der Gesellschaft tief verwurzeltem rechten Gedankengut und dessen Folgen (bis hin zum NSU) – ohne denen, die es verbreiten, Gehör zu verschaffen. Es werden öffentlich freiheitliche Grundwerte in Frage gestellt, Werte, die Viele als konstitutiv für unsere Gesellschaft empfinden. Aufgrund dieses gesellschaftlichen Klimas und aus konkretem Anlass der beiden Produktionen, "Aus dem Nichts" nach dem Film von Fatih Akin und "Das schweigende Mädchen" von Elfriede Jelinek, die sich mit dem Rechtsterrorismus und dessen Wurzeln beschäftigen, öffnen wir den Theaterraum für diese diskursive Reihe.
Den Anfang macht die Politologin und freie Journalistin Andrea Röpke. Sie ist eine der führenden ExpertInnen zum Thema Rechtsextremismus in Deutschland. Röpke beobachtet sorgfältig und aufwendig rechte Strukturen in der Bundesrepublik. Dazu gehören rechts-extremen Hooligans, der nationalsozialistische Untergrund, neonazistische Bürgerinitiativen und die NPD. Dabei deckt sie die große Zahl an rechtsextremen Gewalttaten auf ("2017 Jahrbuch rechte Gewalt: Chronik des Hasses") und beschäftigt sich auch eingehend mit dem speziellen Thema der Frauen in der Neonazi-Szene. Im NSU-Prozess wurde sie als Expertin hinzugezogen. Gegen eine rechtswidrige sechs Jahre andauernde Beobachtung ihrer Person durch den Verfassungsschutz ging sie gerichtlich an und gewann das Verfahren. Sie erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter "Das unerschrockene Wort" (2009) und J"ournalistin des Jahres" (Kategorie Politik, 2011), "Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage" (2015) und den "Otto-Brenner-Preis" (2017).

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