Schauspiel
Theater am Goetheplatz
Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten
von Tiago Rodrigues
aus dem Portugiesischen von Niki Graça
Regie: Alize Zandwijk
„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ (Artikel 1 des Grundgesetzes) — Ein Lehrstück vielleicht. Ein Familiendrama gewiss. Ein politischer Thriller mit angehaltenem Atem. Das international gefeierte Werk des Theatermachers Tiago Rodrigues hat Wellen geschlagen – und trägt das Flirren des „Stücks der Stunde“ bereits in sich. Jedes Jahr am 19. Mai versammelt sich eine portugiesische Familie zum Gedenken an die 1954 von der Diktatur ermordete Landarbeiterin Catarina Eufémia. Was als fröhliche Feier beginnt, endet mit einem tödlichen Ritual: Ein Faschist wird erschossen – als Akt vermeintlicher Gerechtigkeit. Doch in diesem Sommer bröckelt die Tradition. Die junge Generation rebelliert: gegen das Fleisch auf dem Teller, gegen das Gewehr in der Hand, gegen die Logik der Vergeltung. Was genau hat eine wehrhafte Demokratie anzubieten, wenn Widerstand nicht in Gewalt umschlagen soll? Die langjährige Hausregisseurin Alize Zandwijk setzt sich in ihrer Inszenierung mit dem auseinander, was uns Menschen zum Menschen macht: unsere tiefe Widersprüchlichkeit.
Gefördert von den Bremer Theaterfreunden.
- Marco Guido Gallmann
Pedro Levin Hofmann
Rui Ferdinand Lehmann
Isabel Susanne Schrader
Beatriz Karin Enzler
Sara Emma Floßmann
Antónia Irene Kleinschmidt
Romeu Manolo Bertling
Regie Alize Zandwijk
Bühne Thomas Rupert
Mitarbeit Bühne Rebecca Abdelkader
Kostüme Sophie Klenk-Wulff
Musik Matti Weber
Licht Norman Plathe-Narr
Dramaturgie Marianne Seidler
- In der Inszenierung werden Schusswaffen gezeigt und eingesetzt. Zudem thematisiert das Stück Tötungsabsichten sowie Gewalt gegen Frauen, ausdrücklich auch einen Femizid. Nach etwa einer Stunde ist ein Knall durch einen platzenden Luftballon zu hören. In der letzten Szene des Stücks, nach etwa einer Stunde und 55 Minuten, wird eine etwa 15-minütige Rede gehalten. Darin werden rechtsextreme, rassistische, faschistische sowie frauen- und queerfeindliche Positionen und Formulierungen reproduziert.