THEATERBREMEN

Theater am Goetheplatz

Simplicius Simplicissimus

Drei Szenen aus seiner Jugend
von Karl Amadeus Hartmann
Text von Hermann Scherchen, Wolfgang Petzet
und Karl Amadeus Hartmann

„Das Vergangene ist niemals tot. Es ist nicht einmal vergangen.“ (William Faulkner) — Dem barocken Schelmenroman „Der abentheuerliche Simplicissimus Teutsch“ von Grimmelshausen entnahm Karl Amadeus Hartmann den Stoff für seine ab 1934 komponierte und erst 1949 uraufgeführte Oper. Die Schrecknisse des Dreißigjährigen Krieges nimmt Hartmann als Folie für seine eigene Zeit. Im Zentrum steht ein weltfremd-naiver Bauernjunge, der vor plündernden Soldaten zu einem Einsiedler flieht, der ihn erzieht und ihm seinen Namen gibt: Simplicius Simplicissimus – der Allereinfältigste. Nach dem Tod des Einsiedlers kommt Simplicius an den Hof des Gouverneurs, wo er als Narr sein Dasein fristet, bis die gesamte Hofgesellschaft von aufständischen Bauern niedergemacht wird. Zurück bleibt – als Einziger verschont – Simplicius. Hartmanns Komposition ist eine zeitlose Anklage gegen die Mechanismen von Krieg und Unterdrückung und ein Appell, sich in zerfahrenen Zeiten die Menschlichkeit – den „Seelenschatz“ – zu bewahren. Die Regisseurin Tatjana Gürbaca wird für die Bremer Erstaufführung von Hartmanns Oper an das Theater Bremen zurückkehren.

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