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Aus und vorbei: Wir spielen ab

Über letzte Gelegenheiten, Leidenschaft und das Erlöschen derselben: Diana König, Leiterin der Presseabteilung, über den Abschied von Stücken.

Fünf Personen knien auf dem Boden und putzen. Überall liegt Konfetti.

Wir Theaterleute brennen ja für unseren Beruf. Wir arbeiten mit Leidenschaft. Und wir haben merkwürdige Bezeichnungen für unsere Arbeitsvorgänge. Schauspieler:innen holen ihren Text wieder hoch (wiederholen und erinnern den Text eines Repertoirestückes, das sie länger nicht gespielt haben). Landesbühnen fahren auf Abstecher (geben Gastspiele im Umland). Jemand zieht blank (ist nackt zu sehen). Jemand zieht gern blank (ist gern nackt zu sehen). Und: Wir spielen ab (eine Produktion wird zum letzten Mal gezeigt). Dann vergessen wir den Text. Wir bauen das Bühnenbild auseinander, verwerten einiges, entsorgen manches. Die Kostüme kommen in den Fundus oder werden für andere Produktionen umgenäht.

Wir spielen ab.

Da haben wir ein Stück so lange geliebt, haben es geprobt, den Text, die Noten, die Bewegungen, die Choreografie gelernt. Ideen und Konzepte entwickelt. Sind lange aufgeblieben, um es zu spielen oder zu sehen. Haben die Figuren geliebt, die Bühnenbilder nachlackiert, ausgebessert. Die Kostüme zigmal gewaschen, gebügelt, gewartet. Die Perücken geknüpft und gekämmt. Texte dafür geschrieben. Fotos gemacht. Ihm von Herzen alles Gute gewünscht, auf gute Kritiken gehofft, seiner Premiere, seiner Wiederaufnahme entgegengefiebert. Und dann kommt der Abspielbescheid.

Man muss sich eben auch trennen können.

Und in den nächsten zwei Monaten wird das einige der Stücke, die jetzt noch bei uns im Kopf, im Fundus oder auf der Hinterbühne rumlungern, treffen: Zum letzten Mal zu sehen im März: Verbundensein, das Visual Poem von Alexander Giesche, das auf der Longlist des Berliner Theatertreffens stand, Sophie Domenz‘ Hommage In Bed with Madonna, Der Russe ist einer, der Birken liebt nach dem Roman von Olga Grjasnowa und die Uraufführung von Patty Kim Hamiltons Schmerz Camp. Für längere Zeit in Vergessenheit geraten wird Emilia_Galotti. Sie trifft es nicht ganz so hart, sie kommt nur zum letzten Mal in dieser Spielzeit  – der Abschied tut trotzdem ein bisschen weh, denn bis wir sie wiedersehen, hochholen, ausbessern, lackieren, aufpolieren etc. wird es noch dauern.

Brecht muss auch mal weg.

Deswegen: Ebenfalls zum letzten Mal gibt’s Die heilige Johanna der Schlachthöfe und Die Dreigroschenoper. Da sind wir ganz unsentimental. Wer im April zum letzten Mal über die Rampe kommt, kann ich Ihnen auch schon verraten: Da trifft es zumindest für diese Spielzeit (Little) Mr. Sunshine und Mach es gut! Geschichte eines Arbeitslebens. Und Hello, Dolly! werden wir in den nächsten Monaten zumindest auch nicht mehr sagen … Zum allerletzten Mal nach nur drei Vorstellungen werden Sie im April bei uns NOperas! – Freedom Collective sehen, das immersive Musiktheater, das das Publikum in den Club entführt.

Da räumen wir ganz schön auf in den nächsten Wochen.

Wenn da die letzte Lampe ausgeht, dann ist es vorbei, dann sind sie abgespielt. Der verpasste Moment für immer verpasst. Nicht nachzuholen. Nicht konserviert: Der große Zauber des Theaters ist eben das Spiel in der Gegenwart. Das Aufscheinen einer Idee, das Aufleuchten der Freiheit, das nur entsteht im Zusammenspiel zwischen Bühne und Zuschauerraum. Durch das geteilte Erlebnis: Im Publikum sitzen, das Herz schlägt im Takt der Inszenierung, hunderte Menschen verfolgen die gleiche Geschichte, sehen dieselben Bilder, haben unterschiedliche Gedanken und Assoziationen dazu. Das kann man nicht nachholen.

Kommen Sie nochmal.

Erweisen Sie Emilia, Madonna, Brecht, Kae Tempest, Johanna, dem Dreigroschenopern-Ensemble, Dolly und all den anderen die Ehre: Weinen Sie noch einmal, fühlen Sie sich noch einmal jung, fühlen Sie sich schon einmal alt. Lachen Sie mit uns. Verzweifeln Sie mit uns. Aber: Verpassen Sie es nicht – denn: Wir spielen ab.

 

 

Veröffentlicht am 29. Februar 2024

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