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Junges.Theaterbremen #C0N5P1R4.CY #Online

Digitale Fragmente – C0N5P1R4.CY

Wenn Theater zoomt: Dramaturg Sebastian Rest über eine neue Vorstellungsart.

Am 3. Oktober 2020 feierte das Moks mit C0N5P1R4.CY seine erste Premiere der Spielzeit 20/21. Auf vier voneinander getrennten Podesten konnten insgesamt 24 Zuschauer*innen an der Inszenierung zum Thema Verschwörungserzählungen teilnehmen. Danach folgten leider nur noch drei Aufführungen bevor der Vorstellungsbetrieb Lockdown-bedingt eingestellt werden musste. Ein wesentliches Merkmal der Inszenierung war ein fragmentierender Umgang mit Bühne, Raum und Inhalt: wie schon erwähnt, saß das Publikum auf vier Podesten um eine Bühnenmitte herum, die wiederum mit einer Drehbühne ausgestattet war. Darüber mehrere, vereinzelte und unterschiedlich ausgerichtete Projektionsflächen. Und auch die Schauspieler*innen richteten sich in einigen Szenen nicht an das gesamte Publikum, sondern bspw. nur an die Menschen-Gruppe auf einem der Podeste. In anderen Szenen hatten die Zuschauer*innen Kopfhörer auf und folgten dadurch unterschiedlichen Audiospuren.                                                       

All das hat zu einem sehr besonderen Aufführungserlebnis beigetragen, bei dem die sowieso sehr subjektive Wahrnehmung einer Aufführung noch verstärkt und betont wurde.

Jetzt hat das Moks-Ensemble zusammen mit Regisseur Konradin Kunze diese Inszenierung mit ihren fragmentierenden Elementen in den digitalen Raum übertragen, was einige Herausforderungen, aber auch viele neue, spannende Optionen mit sich brachte. Die neue Bühne heißt jetzt Zoom, ist eine Videochat-Software und als Unternehmen sicher einer der Gewinner der Pandemie. Das Besondere an diesem digitalen Raum ist, dass es von vornherein ein fragmentierter und fragmentierender ist: Menschen treten in einzelnen Video-Kacheln auf, die einzelnen Kameraperspektiven der Webcam. Das führt unmittelbar auch zu fragmentierten Körpern, da von den zu sehenden Menschen, Schauspieler*innen wie Publikum, meist nur die Oberkörper zu sehen sind. Weitere fragmentierende Eigenschaften sind das Screensharing, das Teilen von Bildschirminhalten sowie die Verwendung sogenannter Breakout-Rooms, also unterteilte Videochat-Räume innerhalb des eigentlichen Videochat-Raumes. Wie der Name andeutet, wird hier sozusagen ein Raum aus einem Raum (heraus)gebrochen, eine Gruppe von einer Gruppe getrennt. Man könnte von Zellteilung sprechen, wenn man an die Zelle als Raum denkt.

Nicht zuletzt bedeutet C0N5P1R4.CY im digitalen Raum auch: Zeit wird geteilt, aber der gemeinsame Ort – wie sonst so bezeichnend für das Theater –  nicht.

Das Aufführungserlebnis als geteilter Erfahrungsraum im Hier und Jetzt verliert das Hier, den gemeinsamen, analogen Ort. Darin liegt wiederum ein besonderer Reiz, wenn das Theater auf diese Art und Weise zu den Zuschauenden nach Hause kommt, ins eigene Zimmer, in den privaten Lebensraum eindringt. Das trifft übrigens auch schon auf die Proben zu: innerhalb der ersten Probenwoche hat das Ensemble aus unterschiedlichen Städten an den gemeinsamen Proben teilgenommen. Danach war zwar das Ensemble zusammen im Brauhaus vor Ort, Konradin Kunze aber hat weiterhin aus Berlin die Proben angeleitet, während der Dramaturg von zu Hause, wenige Minuten vom Theater entfernt, teilgenommen hat. Aber auch für die Schauspieler*innen vor Ort war die eigentliche räumliche Distanz untereinander direkt spürbar. Am prägnantesten war das über ein Phänomen der Verzögerung: Die Schauspieler*innen sitzen zwar zusammen an einem Ort, aber vor Computern, sind mit Headsets ausgestattet und kommunizieren über Videochat. Das heißt, sie hören und sehen sich über ein Signal, das evtl. einmal um die Welt ging und entsprechend verzögert wieder in den Raum kommt, aus dem es ursprünglich gesendet wurde. Und das betrifft vor allem die Synchronizität von Bild und Ton, was das Ensemble wiederum vor große Herausforderungen stellt, wenn es darum geht, rhythmisch aufeinander zu reagieren oder sogar chorisch zu sprechen.

Ab dem 12. Juni lädt das Junge Theater Bremen nun alle ein, Teil dieses digitalen Raumes zu werden und via Videochat und als gekacheltes Bild an C0N5P1R4.CY teilzunehmen.

Dass es dabei um das Eintauchen in Verschwörungserzählungen geht, korrespondiert auf produktive Art und Weise mit dem digitalen Format und seiner speziellen Beziehung zu Fragmenten. Denn eine Eigenschaft von Verschwörungserzählungen ist es, Elemente aus bestehenden Zusammenhängen zu reißen, abzutrennen und  die Welt  zu fragmentieren, um sie nach einem ganz bestimmten Muster wieder zusammenzusetzen. Es ist ein konspirativer Zirkel, dem das Publikum so folgt und an dem es teilhat. In diesem Zirkel werden den Wirkungsweisen, dem Funktionieren, den Strukturen und Gefahren von Verschwörungserzählungen in einem gemeinsamen Erfahrungsraum nachgespürt.

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