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Tanz #SantaBarbara

Die große Sehnsucht

Auf eine Reise zu den Geistern, die uns immer wieder heimsuchen, möchte Choreograf Samir Akika das Publikum in „Santa Barbara“ einladen. Gregor Runge, Co-Leiter der Tanzsparte, hat die Arbeit als Dramaturg begleitet und beschreibt ihren Weg.

Santa Barbara. Ein Titel wie eine Verheißung, Klischee und Sehnsuchtsort zugleich. Name einer kalifornischen Kleinstadt und Inspiration für eine der berühmtesten Seifenopern der in den 1980er Jahren hell schillernden, bisweilen schrillen Fernsehgeschichte. Unter dem Titel California Clan erreichte die Serie auch in Deutschland ein Millionenpublikum.

Wer erinnert sich?

Santa Barbara. So betitelt findet sich auch eine Arbeit der US-amerikanischen Künstlerin Diana Markosian. Die Geschichte dazu geht wie folgt: Im Alter von sieben Jahren lebt Diana Markosian mit ihrer Familie in Moskau. Es ist das Jahr 1996, die Sowjetunion ist längst zusammengebrochen, so wie auch Markosians Familie. Eines Nachts weckt die Mutter ihre Tochter aus dem Schlaf, sagt ihr, sie würden nun auf eine Reise gehen. Ohne dem Vater auf Wiedersehen zu sagen, verlassen sie das Haus und landen am nächsten Tag in einer neuen Welt: Amerika. „Inspiriert von der amerikanischen Seifenoper ‚Santa Barbara‘ hatte meine Mutter über eine russische Agentur eine Anzeige platziert, in der sie nach einem Mann suchte, der ihr helfen könnte, nach Amerika zu kommen. Da war sie 35. Wir landeten schließlich in Kalifornien, genauer: in Santa Barbara. Dort wurden wir von einem älteren Mann empfangen, der kurz darauf ihr neuer Ehemann werden und den Platz meines Vaters einnehmen würde. Hier beginnt die Geschichte. Die Vorstellung davon, etwas zu fassen, das bis dahin unfassbar schien.“

Wie kommt man einer Geschichte näher, die so unglaublich klingt, dass man meint, sie könne sich unmöglich zugetragen haben?

Diana Markosian nimmt Kontakt zur Drehbuchautorin Lynda Myles auf, die für 150 Episoden der Serie Santa Barbara verantwortlich zeichnete. Sie castet Schauspieler:innen, die ihre Familie verkörpern, reist zurück an die Orte ihrer Kindheit dies- und jenseits des Atlantik und re-inszeniert die Reise der Familie von Russland nach Amerika in aufwendig gestalteten Fotografien und einem Film.

Jump-Cut nach Bremen, 2022.

Jemand drückt Samir Akika den so entstandenen Fotoband von Diana Markosian in die Hände. Der Choreograf sieht sofort Parallelen: „Meine Arbeit ist voll von Szenen und Situationen, die uns widerfahren sind oder hätten widerfahren können. Immer wieder frage ich mich, warum ich diese Art von Geschichten so sehr mag, obwohl es in meiner Familie keine Tradition des Geschichtenerzählens gibt.“ Das (auto)biografische Erzählen hat ihn in seiner Arbeit immer wieder eingeholt, und wer seinen künstlerischen Weg in den vergangenen 25 Jahren ein wenig verfolgt hat, weiß, dass filmische Mittel dabei immer wieder eine Rolle spielen. Auch hier findet sich eine Spur in der Biografie der Eltern:

„Mein Vater hatte diese Faszination für Filme. Es ist eine Besessenheit, die auch mich erfasst hat, wie die Atlantikwellen der Bretagne.“

Schon in seiner letzten Produktion am Theater Bremen, (Little) Mr. Sunshine, ging es um das Erinnern, um die Reflexion auf das Leben auf, hinter und mit der Bühne. In Santa Barbara hingegen spiegelt sich Familiengeschichte in Bildern, die an die Filme der Ära des New Hollywood und das Fernsehen der 80er und 90er Jahre erinnern. Wessen Geschichte hier erzählt wird, bleibt ungewiss, vielmehr ist es das Erinnern selbst, das Samir Akika in den Blick nimmt, der Moment, in dem die Erinnerung endet und die Inszenierung beginnt: „Mich reizt der Gedanke an die ganze Macht der Filme, die Resonanz und die Identifikation, die sie erzeugen. Warum identifizieren wir uns so sehr mit bestimmten Geschichten, ob sie nun real sind oder nicht? Gibt es eine Art universelle Sprache, die tief in diesen Bildern vergraben ist? In ‚Santa Barbara‘ geht es um Zuhause. Aber wessen Zuhause ist das eigentlich? Ich möchte das Publikum auf eine Reise mitnehmen, zu den Geistern, die uns immer wieder heimsuchen.“

 

 

Veröffentlicht am 10. November 2022

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