Schauspiel

Theater am Goetheplatz

Hamlet

von William Shakespeare
Deutsch von Jürgen Gosch und Angela Schanelec
18:30 Uhr Einführung

„Take your time, think a lot, think of everything you’ve got.“ (Cat Stevens) — Ein Prinz ohne Krone, ein Däne ohne Mark. Sein Vater, der König, ist gestorben, und Hamlet ist untröstlich. „Such nicht beständig mit gesenkten Lidern nach deinem Vater im Staub“, sagt seine Mutter. „Du weißt, es ist gemein: Was lebt, muss sterben.“ Doch Hamlet kann und will nicht akzeptieren, dass alle einfach weitermachen. Auch, weil er glaubt zu wissen, wer die Schuld an seines Vaters Tod trägt. Seine Trauer vertieft sich zur existenziellen Krise. In einer „aus den Fugen“ geratenen Ordnung treffen Claudius’ Machtstreben und Hamlets Zweifel aufeinander. Hamlet sucht nach Wahrheit, ringt mit sich selbst und misstraut den eigenen Wahrnehmungen. Er zögert und zaudert, will Gewissheit, wo es keine gibt, will nicht auch zum Mörder werden. Und doch nimmt das Rachedrama seinen Lauf. Mit einer rein männlichen Besetzung fragen wir uns: Was erzählt uns William Shakespeare über Orte für Trauer und Emotion? Zweifel und die Suche nach Sinn? Wie gehen wir mit der Gewissheit um, dass sterben muss, was lebt? Gut, dass zuvor eine Theatertruppe auftritt und uns all das vorspielt.

Präsentiert von Bremen Zwei.

  • Hamlet Emil Borgeest
    Horatio, Rosencrantz Guido Gallmann
    König Claudius Ferdinand Lehmann
    Königin Gertrude Manolo Bertling
    Polonius Martin Baum
    Ophelia Levin Hofmann
    Laertes Ruben Sabel
    Guildenstern, Totengräber Alexander Swoboda
    Geist, Totengräber Wolfgang von Borries
    Live-Musik Matti Weber

    Regie Alize Zandwijk
    Bühne Thomas Rupert
    Kostüme Anne Sophie Domenz
    Licht Mark Van Denesse
    Musik Matti Weber
    Dramaturgie Marianne Seidler
  • „Hingehen oder nicht hingehen – das ist hier eigentlich nicht die Frage.“ (Christine Gorny, Bremen Zwei, 1. Mai 2026)

    „Klar, das ist schon eine Ansage, den ‚Hamlet‘ nur mit Männern spielen zu lassen […]. Alize Zandwijk hat für ihre gut dreistündige Inszenierung ein paar Figuren gestrichen und behutsam eingekürzt, doch die wesentlichen Züge der Geschichte bleiben erhalten. Hamlet (Emil Borgeest) ist dabei schon gleich ein Opfer seiner Gefühle, zu denen, das zeigt sich bald, auch ein Narzissmus gehört, der tief in diese Männerwelt eingeschrieben ist.“ (Andreas Schnell, nachtkritik, 1. Mai 2026)

    „Was Emil Borgeest bei dieser Inszenierung als Hamlet abliefert, ist atemberaubend. […] Ihm gegenüber steht Ferdinand Lehmann als machtgieriger Claudius in steter Sorge, seine neugewonnene Autorität durch Hamlet zu verlieren.“ (Alexandra Knief, Weser-Kurier, 2. Mai 2026)

    „Insgesamt aber, und davon soll hier nicht geschwiegen werden, ist dieser Bremer ‚Hamlet‘ eine fulminante Ensembleleistung, mit der das Fatale einer machtfixierten Männerwelt vorgeführt wird..“ (Thomas Kuzaj, Kreiszeitung, 2. Mai 2026)
  • Die Inszenierung enthält Darstellungen und Themen wie Mord und Gewalt (inkl. Gift und tödliche Duelle), Tod und Leichen, Suizidgedanken und -handlungen und psychische Instabilität. Einige Szenen können aufgrund der detaillierten Auseinandersetzung mit Tod und psychischem Leid als belastend empfunden werden. In zwei Szenen wird eine körperliche Auseinandersetzung gezeigt. In einer der Szenen wird gebissen. In Minute 5 ertönt ein lauter Knall, ausgelöst durch eine große Konfetti Kanone.