THEATERBREMEN

Theater am Goetheplatz / Uraufführung

Shirin & Leif

Uraufführung
Hochzeitskomödie mit Musik
von Akın Emanuel Şipal und Edis Arwed Şipal
im Anschluss Premierenfeier

Warum heiraten? Shirin und Leif sind doch auch so glücklich. Und jetzt sind sie mittendrin in einer Feier, die sich fast gar nicht mehr wie ihre eigene anfühlt. Ausgeliefert der Eigendynamik eines Familienfestes, zwischen den Stühlen der eigenen und der neuen Verwandten. Wollten sie dieses Buffet, diese Gäste, diese Geschenke, diese Musikeinlagen wirklich? Der schönste Tag im Leben muss keine Feier der Liebe sein, er kann einen oder eine auch vor die Aufgabe stellen, die Liebe über diesen Tag zu retten. Shirin und Leif sind ein tolles Paar. Und auch ihre Hochzeit soll so werden. Aber Familienmitglieder kann man sich nicht aussuchen. Und so kommt Shirins persischer, steinreicher Clan mit Leifs deutscher Kleinfamilie zusammen. Shirins raumgreifende Mutter, ihre eifersüchtigen Schwestern, ihr altkluger Neffe treffen auf Leifs Bruder, der für die AfD im Stadtrat sitzt, seinen Vater, der das ökologisch vegane Buffet beisteuert, seine Mutter, seine Tante und ihren verzogenen Sohn. Doch der interkulturelle Sprengstoff, den man zwischen den Familien vermuten könnte, explodiert in den eigenen Reihen. Irgendwann liegt das Buffet am Boden, man haut sich lang verschwiegene Wahrheiten um die Ohren, die Kinder hecken fiese Streiche aus, und die Haustiere amüsieren sich unterm Tisch. Doch wo bleibt eigentlich das Brautpaar? Akın Emanuel Şipal, Hausautor am Theater Bremen, hat mit seinem Bruder, dem Drehbuchautor Edis Arwed Şipal, eine skurrile Komödie mit schrägen Songs geschrieben.

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Pressestimmen

„Das Brautpaar ist sauer: ‚Wir hatten doch deutlich gesagt: keine Reden, nichts Selbstgedichtetes, keine Lieder zum Mitsingen.‘ Dass gleich beide Familien – die deutsche wie die iranische – trotzdem unbeirrbar an der Horrorhochzeit zum Mitspielen festhalten, ist fast schon ein Akt der Völkerverständigung – der einzige auf dieser Hochzeitsfeier. […] Vor allem bleibt die Multikulti-Klischee-Kiste sonderbar offen. Was ist deutsch, was persisch, was iranisch? Oder geht es doch um den Islam? Der Text der Sipal-Brüder verweigert sich jeder klaren Haltung, Talkes Regie verkneift es sich erfreulicherweise, nachzuschärfen […] ‚Shirin und Leif‘ ist ein Befreiungsschlag in alle Richtungen, zwischendurch ein unerwartet feinfühliges Stück über den Menschen – und dabei durchgehend aufs Herrlichste blöd“ (Jan-Paul Koopmann, Kreiszeitung, 8. Juni 2019)

„Das Autorenbrüderpaar Akın und Edis Şipal hat für das Theater Bremen eine Komödie mit Schwung und Musik geschrieben, die am Ende das Publikum lachend und aufgelöst zurücklässt.“ (Lukas Scharfenberger, taz, 11. Juni 2019)

„[…] dass es gestern Abend gelungen ist, eine zum Teil lustige, zum Teil authentische Hochzeitsgesellschaft darzustellen, wie sie im Hier und Jetzt bei uns durchaus denkbar wäre, spricht ebenso für diese Inszenierung und das Stück, wie die Tatsache, dass alle Akteure sich wirklich in ihren Rollen wohlfühlen und sich ausleben.“ (Marcus Behrens, Bremen Zwei, 7. Juni 2019)

„Deniz Orta beeindruckt mit federleicht warmherziger Natürlichkeit. Ferdinand Lehmann hingegen ist ein 1000-Volt-Mime, der mit jeder Geste jeden Winkel der Bühne zu elektrisieren versucht, kurz vorm Explodieren. Der Anlass dafür schleicht überkandidelt perückt und karikierend gewandet herein: die Hochzeitsgesellschaft, schrillpuppige Theatermaschinen wie von Herbert Fritsch choreografiert. Mal in Zeitlupe, mal eingefroren in den Bewegungen, mal trubelig kobolzend hetzen sie den Text aus sich heraus und arrangieren ihn im Schnatterfortissimo. […] Was den Abend ins Ziel rettet, sind die Schauspieler, die famos die Grotesk-Typisierungen zelebrieren, und die Dichte der Pointen.“ (Jens Fischer, nachtkritik, 7. Juni 2019)

„Regisseur Michael Talke hat mit sehr hohem Tempo, Lust an der Choreografie und der Eskalation inszeniert. Unter der Geschwindigkeit leidet ab und an allerdings die Textverständlichkeit. Wie eine Farce wirkt ‚Shirin und Leif‘ dank Talkes Zugriff in den besseren Momenten: Dann formiert sich das spielfreudige Ensemble zu einem derangierten griechischen Chor, bevor ein weißer Vorhang die Bühne teilt und davor der Sketch-artige Schlagabtausch der Zweier- oder Dreier-Grüppchen startet.“ (Iris Hetscher, Weser Kurier, 8. Juni 2019)

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