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Und außerdem #feministbookclub #Schlesinger

myveryownfeministbookclub #12: back to basics

Dramaturgin Theresa Schlesinger über die Begegnung mit Mithu Sanyal und die nächsten Lesevorschläge.

Held*innen treffen ist gar nicht mal unanstrengend. Das Herz klopft bis zum Hals und die Aufregung bleibt sogar Tage später im Körper stecken. Als hätte der sich das gemerkt – „Speichern Unter“. Aber ich will mich nicht beschweren!

Eine bessere Art von Aufregung gibt es wohl kaum.

Anfang Dezember fand im virtuellen Raum des Theater Bremen eine ganz besondere Begegnung statt. Zu Gast war die Autorin, Journalistin und Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal und ich durfte mich 90 Minuten mit ihr unterhalten. Lieber hätten wir uns gegenübergesessen, live und persönlich. Aber so ist die Zeit gerade einfach nicht. Wir begegneten uns also im Dazwischen, jede an ihrem Ort und vor einem Bildschirm. Trotzdem begegneten wir uns und das es ist doch, was zählt. Im Rahmen der Diskursreihe After Tomorrow hatten wir Mithu Sanyal eingeladen über Feminismus, ihr Buch Vergewaltigung und die Produktion WÜST oder Die Marquise von O …. – Faster, Pussycat! Kill! Kill! zu sprechen. In der vorherigen Ausgabe dieses Buchclubs hatte ich zudem dazu eingeladen, ihr Buch zu lesen und dazu zu kommen. Ich habe mich sehr gefreut, ein paar bekannte Gesichter und Namen zu sehen, auch wenn es diesmal eine andere Art von Treffen war. Es gab viel zu besprechen. Viel zu viel für die paar Seiten, die ich hier füllen darf. Deshalb nur ein Einblick mit den wichtigsten, grundsätzlichsten Gedanken.

Aber von vorn. Back to basics.

Warum Feminismus? Oft wird man gefragt, warum sich eigentlich dieser Bewegung anschließen. Warum braucht es Feminismus heute denn überhaupt noch? Sind wir denn nicht längst alle gleich? Da möchte ich doch einfach mal entgegnen: Nein. Sind wir nicht. Feminismus war Thema des Tages ausgehend von unserer Diskursreihe After Tomorrow. Eine großartige Einführung gab es von erklärmirmal. erklärmirmal ist ein digitales, queeres (post-)migrantisches Bildungsformat auf Instagram und bespielte für einen Tag den Instagram-Kanal des Theaters. Viele Perspektiven auf Feminismus und Feminismen wurden da reflektiert. Für mich bleibt vor allem auch die von Sara Ahmed. Sie schreibt: „Ein feministisches Leben zu führen, bedeutet, alles zu etwas Hinterfragbarem zu machen.“ Es geht also unter anderem darum, Dominanz und Machtstrukturen zu benennen und eine gerechtere Gesellschaft für alle anzustreben.

Wir fragen: Wie wirkt sich Geschlecht auf unser Leben aus?

Mithu Sanyal beschreibt die Herkunft des Begriffs „Feminismus“. Es handelt sich um einen Kampfbegriff – ein Kampf, der Voraussetzungen schaffen soll für ein gemeinsames Zusammenleben ohne Diskriminierung aufgrund von Geschlecht. Sie definiert vier Säulen des Feminismus: rechtlich, wirtschaftlich, ökologisch und narrativ. Die brauchen wir alle, denn sie bedingen sich gegenseitig. Wo wir rechtlich in Deutschland mittlerweile schon viel geschafft haben, konzentrieren wir uns in unserem Gespräch, wie in unserer Arbeit vor allem auf den Aspekt des Narrativen. Denn „(d)ie Art, wie wir uns etwas vorstellen, beeinflusst die Art, wie es Macht über uns hat, und sogar die Art, wie es in der Welt ist.“ (Mithu Sanyal: Vergewaltigung, S.11.) Darüber haben wir in diesem Buchclub schon oft gesprochen.

 

Ich möchte es aber nochmal stark machen, weil dieser Gedanke der Antrieb ist, weiter zu lesen, andere Geschichten zu schreiben und zu lesen.

Wir sprechen über das Problem der einseitigen Repräsentation von Geschlecht und Mithu Sanyal weist auf den Text von Chimamanda Ngozi Adichie hin: The Problem of a single story. Es gibt nicht nur eine Geschichte, nicht nur eine Perspektive. Hier kommt schließlich auch das Theater ins Spiel. Denn der Theaterraum bietet die Möglichkeit, Utopien zu schaffen und erfahrbar zu machen. Dort können wir Narrative verändern, neue Erzählungen schaffen, unterschiedlichsten Vorbildern eine Bühne geben. Ähnlich funktioniert auch der Raum zwischen zwei Buchdeckeln.

Also weiterlesen und neue, andere Geschichten kennenlernen! Gerade jetzt, wo das Theater weiterhin geschlossen bleiben muss.

Deshalb möchte ich für ein nächstes Buchclubtreffen drei Romane zur Lektüre vorschlagen. Was die feministischen Diskurse angeht, haben wir gute Vorarbeit geleistet, wie ich finde! Lasst uns also einsteigen in neue Welten. Welches Buch es dann am Ende wird, entscheiden die Leser*innen. Meldet euch unter dramaturgie@theaterbremen.de und schickt mir eure Präferenz und los geht’s!

 

Ronya Othmann: Die Sommer. Erschienen 2020 im Hanser Verlag

„Das Dorf liegt in Nordsyrien, nahe zur Türkei. Jeden Sommer verbringt Leyla dort. Sie riecht und schmeckt es. Sie kennt seine Geschichten. Sie weiß, wo die Koffer versteckt sind, wenn die Bewohner wieder fliehen müssen. Leyla ist Tochter einer Deutschen und eines jesidischen Kurden. Sie sitzt in ihrem Gymnasium bei München, und in allen Sommerferien auf dem Erdboden im jesidischen Dorf ihrer Großeltern. Im Internet sieht sie das von Assad vernichtete Aleppo, die Ermordung der Jesiden durch den IS, und gleich daneben die unbekümmerten Fotos ihrer deutschen Freunde. Leyla wird eine Entscheidung treffen müssen. Ronya Othmanns Debütroman ist voller Zärtlichkeit und Wut über eine zerrissene Welt.“

Olivia Wenzel: 1000 Serpentinen Angst. Erschienen 2020 bei S.FISCHER

„Eine junge Frau besucht ein Theaterstück über die Wende und ist die einzige schwarze Zuschauerin im Publikum. Mit ihrem Freund sitzt sie an einem Badesee in Brandenburg und sieht vier Neonazis kommen. In New York erlebt sie den Wahlsieg Trumps in einem fremden Hotelzimmer. Wütend und leidenschaftlich schaut sie auf unsere sich rasant verändernde Zeit und erzählt dabei auch die Geschichte ihrer Familie: von ihrer Mutter, die Punkerin in der DDR war und nie die Freiheit hatte, von der sie geträumt hat. Von ihrer Großmutter, deren linientreues Leben ihr Wohlstand und Sicherheit brachte. Und von ihrem Zwillingsbruder, der mit siebzehn ums Leben kam. Herzergreifend, vielstimmig und mit Humor schreibt Olivia Wenzel über Herkunft und Verlust, über Lebensfreude und Einsamkeit und über die Rollen, die von der Gesellschaft einem zugewiesen werden.“

Dorothée Elmiger: Aus der Zuckerfabrik. Erschienen 2020 im Hanser Verlag

„‚My skills never end' steht auf dem T-Shirt eines Arbeiters, der gerade seinen Lohn ausbezahlt bekommt. Am Strand einer karibischen Insel steht der erste Lottomillionär der Schweiz und blickt aufs Meer hinaus. Nachts drängen sich Ziegen am Bett der Autorin. Dorothee Elmiger folgt den Spuren des Geldes und des Verlangens durch die Jahrhunderte und die Weltgegenden. Sie entwirft Biographien von Mystikerinnen, Unersättlichen, Spielern, Orgiastinnen und Kolonialisten, protokolliert Träume und Fälle von Ekstase und Wahnsinn. Aus der Zuckerfabrik ist die Geschichte einer Recherche, ein Journal voller Beobachtungen, Befragungen und Ermittlungen. Ein Text, der den Blick öffnet für die Komplexität dieser Welt.“

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