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Nach den Rechten sehen

Das Theater Bremen setzt seine Kooperation mit der Heinrich Böll-Stiftung fort. Die Reihe „Nach den Rechten sehen“, die im Frühjahr Corona-bedingt digital stattfand, wird aufgrund der großen Nachfrage bis Ende 2020 weitergeführt. Expert*innen setzen sich mit Rassismus, rechten Ideologien und der Frage auseinander, wie man diesen begegnen kann. Die Reihe geht nach dem Sommer mit dem Aussteigerthema sowie etwa einer Untersuchung der Rhetorik der parlamentarischen Rechten weiter.
Ab 2021 wird sich die Kooperation und Veranstaltungsreihe dann wieder anderen Schwerpunkten widmen, passend zu den Themen der Spielzeit vermehrt den Zusammenhängen von Ökonomie und Ökologie.

Reden hilft. Das gemeinsame Sprechen schafft Verbindungen, im Sprechen versichert man sich seiner selbst, konstituiert man sein noch stummes Denken und wird hörbar.
Der zunächst fast verspielt klingende Titel "Nach den Rechten sehen" beschreibt das Vorhaben: sorgfältig und sorgenvoll beobachten, respektieren, reden und zuhören. All das werden wird in den nächsten Monaten in der Reihe mit verschiedensten ExpertInnen und in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung geschehen. Wir wollen uns nicht gewöhnen an ausländerfeindliche und menschenverachtende Aussagen auf Demonstrationen, im Alltag und in den Parlamenten. Und auch nicht an das Verständnis für deren UrheberInnen. Die Reihe beschäftigt sich mit dem in Teilen der Gesellschaft tief verwurzeltem rechten Gedankengut und dessen Folgen (bis hin zum NSU) – ohne denen, die es verbreiten, Gehör zu verschaffen. Es werden öffentlich freiheitliche Grundwerte in Frage gestellt, Werte, die Viele als konstitutiv für unsere Gesellschaft empfinden. Aufgrund dieses gesellschaftlichen Klimas und aus konkretem Anlass der beiden Produktionen, "Aus dem Nichts" nach dem Film von Fatih Akin und "Das schweigende Mädchen" von Elfriede Jelinek, die sich mit dem Rechtsterrorismus und dessen Wurzeln beschäftigen, öffnen wir den Theaterraum für diese diskursive Reihe.

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