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Schwarze Perspektiven auf den Klimawandel und die Kolonialität der Klimakrise

Klimawandel ist endlich zu einem Kernthema aktueller politischer Debatten avanciert - angesichts der katastrophalen Auswirkungen des westlichen und westlich inspirierten Lebensstils ist es höchste Zeit, sich kritisch und lösungsorientiert damit auseinanderzusetzen. Doch es gibt eine Leerstelle in der aktuellen Debatte: Die Rede vom „menschengemachten“ Klimawandel, vom „Anthropozän“ etc. tut so, als seien alle Menschen gleichermaßen verantwortlich und gleichermaßen von den Folgen des Klimawandels betroffen. Doch beides ist nicht der Fall: Ein Blick auf Verursacher*innen und Betroffene offenbart, dass Rassismus Geschichte und Gegenwart des Klimawandels maßgeblich beeinflusst. Von den Klimafolgen des Genozids in Südamerika zu Beginn der Kolonisierung bis hin zu den kolonialen Kontinuitäten der imperialen Lebensweise, Schwarze Menschen und PoC im Globalen Süden, aber auch im Globalen Norden, sind disproportional von Umweltverschmutzung und Klimwandelfolgen betroffen. In der Externalisierung von Umweltkosten in den Globalen Süden bei der gleichzeitigen Konzentrierung von Gewinnen aus Naturausbeutung in Europa und im kolonialen Westen zeigt sich die Kolonialität der Klimakrise. Dies wird aktuell in der Klimawandel-Leugnung der neuen Rechten deutlich. Eine Schwarze, rassismuskritische Perspektive auf Klimawandel ist daher unabdingbar.

Imeh Ituen, hat einen BA in Social Sciences und schloss ihr MSc-Studium „Environmental Management“ mit einer Arbeit zu „Livelihood Enhancement for Small-Scale Farmers in the Context of Landuse Conflicts – The Role of Agroforestry" ab. Politisch aktiv ist sie u. a. in der Geflüchteten Bewegung und derzeit in einer BPoC-Gruppe in Berlin, die sich für Umwelt- und Klimagerechtigkeit engagiert.

Joshua Kwesi Aikins ist Politikwissenschaftler und Menschenrechtsaktivist. Er studierte an der Freien Universität Berlin und der University of Ghana, arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Lehrstuhl für Entwicklungspolitik und postkoloniale Studien der Universität Kassel sowie im Bereich „Advocating for Inclusion“ der Berliner NGO Citizens for Europe. Als Mitglied im Beirat der ISD setzt er sich für das umfassende Empowerment Schwarzer Menschen und People of Colour ein. Er ist Sachverständiger der Enquetekommission Rassismus und Diskriminierung im Thüringer Landtag.

Der Vortrag ist Teil der Veranstaltungsreihe zum „Black OurStory Month“. In Kooperation mit der Black Student Union und gefördert im Programm 360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft der Kulturstiftung des Bundes.

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