skip_to_main_content
  • Kalender
  • Programm
  • Ensemble
  • Junges.Theater
  • Karten
  • Abos / Theatercard
  • Service
  • Barrierefreiheit
  • Jobs
  • Partner:innen
Menü
Suche
Suche
Theaterbremen
Suche
  • Kalender
  • Programm
  • Ensemble
  • Junges.Theater
  • Karten
  • Abos / Theatercard
  • Service
  • Barrierefreiheit
  • Jobs
  • Partner:innen
#letsplayjohanna Junges.Theaterbremen

„Es ist die realste Form von Weltflucht, die man sich ausdenken kann.“

Für manche Menschen ist LARP pure Erholung und eine Beschäftigung, bei der man viel über sich lernen kann. Für andere ist LARP nur eine unverständliche Abkürzung … In der neuen Moks-Produktion spielt es auf jeden Fall eine Hauptrolle. Dramaturgin Saskia Scheffel im Gespräch mit Toni Czelk.

Saskia Scheffel: Toni, du bist seit mehr als acht Jahren aktiv in der LARP-Szene, erst als Spieler und inzwischen auch als Teil von Organisationsteams. Kannst du für eine Person, die noch nie davon gehört hat, LARP erklären? Was genau kann ich mir darunter vorstellen?

Toni Czelk: Die Bedeutung ist Live-Action-Roleplay, also einfach ein Live-Rollenspiel. Man könnte sagen, das ist wie ein Videospiel, nur ohne Videospiel. Man könnte auch sagen, irgendwo haben wir als Kinder alle draußen gespielt und uns vorgestellt, irgendwer anderes zu sein. LARP ist einfach, wenn man damit irgendwann wieder anfängt und merkt, dass es eigentlich ganz schön ist, verschiedene Rollen auszuprobieren. Es sind meistens mehrtägige Events, die draußen stattfinden und die man gemeinsam in unterschiedlichen Fantasywelten verbringt und einen Charakter entlang einer Handlung spielt. Dann gibt es auch teilweise Plotlines, bei denen man den gleichen Charakter immer wieder bei verschiedenen Events spielt. Man kann auch als Nichtspieler dabei sein, dann bespielt man zum Beispiel die Gegenspieler der Geschichte. Insgesamt ist das Ziel, eine ausgedachte Welt so gut wie möglich zum Leben zu erwecken. 

Wir haben in unserer Produktion Let’s play: Johanna eine Welt ausgehend von Schillers Stück Die Jungfrau von Orleans. Was sind sonst Welten, die man im LARP bespielt? 

Die meisten tatsächlichen LARPs spielen in selbstausgedachten Welten, die sich ein Organisationsteam ausdenkt. Und dann kann man einen Charakter aus dieser Welt spielen. Man kann aber auch sagen: „Okay, dieses LARP, diese Con spielt in einer Welt, aber mein Charakter kommt aus einer ganz anderen, die ich mir dann wieder ausgedacht habe.“ Und so vermischen sich diese Welten ganz viel untereinander. Es gibt aber auch manche LARPs, die sich tatsächlich auf Welten beziehen, die man kennt. Oder zumindest Elemente aus bekannten Geschichten bespielen. Ich kenne zum Beispiel Leute, die Charaktere mit einem Hintergrund in Tolkiens Mittelerde spielen. 

Was ist für dich der Reiz am Rollenspiel? Also am Spielen von unterschiedlichen Charakteren?

Ich finde, es macht einfach Spaß, Dinge machen zu können, die man sich sonst nicht trauen würde. Wenn man einen Charakter spielt, dann sind ganz andere Sachen möglich. Dann hat man auf einmal andere Grenzen, als man sie sonst hätte. Weil man irgendwie immer weiß, dass das nicht mein Alltag ist. LARP ist was, wo ich aus mir rausgehen kann und ich finde, man lernt unfassbar viel über sich selbst anhand der Charaktere, die man spielt. Ich habe das schon oft gesagt und auch von anderen Leuten gehört: „Je mehr man anders ist, desto mehr merkt man, wer man eigentlich selbst ist.“ Auf vielen LARPs wird auch gekämpft mit dafür gedachten Schaumstoffwaffen. Es ist eine gute körperliche Ertüchtigung. Insgesamt ist es ein Weg, sich wirklich auf sehr viele Arten auszuleben und einfach mal zu sehen, was möglich sein könnte, wenn man in einer anderen Welt wäre. Es ist die realste Form von Weltflucht, die man sich ausdenken kann.

Was würdest du sagen, zeichnet einen guten Charakter aus?

Ich finde, die Punkte, in denen er sich von der Person unterscheidet, die ihn spielt. Am Anfang spielt man eigentlich immer sich selbst. Ich bin ich, aber ich kann zaubern. Und irgendwann kommt der Moment, in dem man entweder sagt, „Das ist etwas, was ich an mir nicht mag, was ich jetzt spiele“, um zu lernen, damit umzugehen. Oder „Das ist etwas, was ich gar nicht bin, aber mal ausprobieren möchte“. Und ich finde, genau dieser Punkt, an dem man sagt, dass dieser Charakter irgendwie was Originelles hat und man sich trauen müsste, ihn zu spielen, das ist der Moment, in dem man sieht, ob der Charakter ein guter ist:  Es ist gut, wenn die Person sich damit wohlfühlt, ihn zu spielen. Ein guter Charakter ist jemand, der ich gerne bin und bei dem ich merke, da fühle ich mich frei und habe das Gefühl was gelernt zu haben, also auf einer emotionalen Ebene. 

 

Veröffentlicht am 18. Februar 2026.

Was Sie auch interessieren könnte

Presse Impressum Barrierefreiheitserklärung AGB Abobedingungen Datenschutz
nach oben

cookie_layer

Unsere Cookies

Damit unsere Webseite optimal funktioniert, verwenden wir für einige unserer Anwendungen Cookies. Dies beinhaltet u. a. die eingebetteten sozialen Medien, aber auch ein Trackingtool, welches uns Auskunft über die Ergonomie unserer Webseite sowie das Nutzer*innenverhalten bietet. Wenn Sie auf "Alle Cookies akzeptieren" klicken, stimmen Sie der Verwendung von technisch notwendigen Cookies sowie jenen zur Optimierung unserer Webseite zu. Weitere Informationen findet Sie in den "Cookie-Einstellungen".

Einstellungen verwalten

Bitte wählen Sie Ihre Präferenz. Sie können diese jederzeit ändern.

Damit unsere Webseite optimal funktioniert, verwenden wir für einige unserer Anwendungen Cookies. Diese können nicht deaktiviert werden, da Sie ansonsten nicht alle Anwendungen nutzen können.

Um unsere Webseite möglichst nutzer*innenfreundlich zu gestalten, haben wir u. a. soziale Medien auf unserer Webseite eingebettet. Dies ermöglicht Ihnen mit nur wenigen Klicks Inhalte im entsprechenden Netzwerk mit Ihren Lieben teilen zu können. Ebenso nutzen wir eine anonymisierte Tracking-Technologie, welche uns Informationen zu z. B. dem Nutzer*innenverhalten, aber auch zur Effektivität & Ergonomie unserer Webseite gibt. Hierfür nutzen wir auch Dienste, welche ihren Sitz außerhalb der Europäischen Union haben können (insbesondere in den USA), wo das Datenschutzniveau geringer sein kann als in Deutschland.

Impressum Datenschutz