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#hawaii #Werder Und außerdem

Warum eigentlich ... Werder-Liebe?

Ein Podium mit Werder-Profi Saskia Matheis und Marco Bode, Fußball-Lesungen mit Moritz Rinke und Cihan Acar, das Musiktheater No Rain! und das Schauspiel Hawaii. Das Theater Bremen beschäftigt sich zur EM mit Fußballfragen. Ein Gespräch von Schauspieldramaturg Stefan Bläske mit Nina Willborn, Co-Autorin von 111 Gründe, Werder Bremen zu lieben.

Eine Frau steht vor einer grünen Wand und lächelt in die Kamera. Sie trägt ein grün-weiß gestreiftes T-Shirt und eine Jeansjacke.

Stefan Bläske: Du hast zusammen mit Thomas Andre die Liebeserklärung an den großartigsten Fußballverein der Welt geschrieben. Von den 111 Gründen, welches ist der nachhaltigste?

Nina Willborn: Oh, das ist gleich mal eine Killerfrage. Für mich gibt es nicht den einen Grund. Fan eines Klubs zu sein, ist für mich – wie wahrscheinlich für die meisten Werder- und auch generell Fußballfans – eine sehr persönliche Mischung aus ganz vielen verschiedenen Gründen, Menschen und inzwischen auch einer jahrelangen Geschichte, die mich mit dem Verein verbindet. Sicher sind die nachhaltigeren Gründe, die wir in unserem Buch beschreiben, die, bei denen es um die DNA von Werder Bremen geht. Dass bei Werder Titel nicht zusammengekauft werden oder bei Werder schon oft woanders für gescheitert erklärte Spieler zu Stars wurden. Dass hier die Mitgliederversammlungen selbst in brisanteren Zeiten so spektakulär unspektakulär sind. Oder die vielen legendären Spiele wie die Wahnsinns-Derby-Wochen gegen den HSV 2009. Und natürlich auch, dass, wenn es sportlich wirklich um etwas geht, dieser Klub zusammen mit der ganzen Stadt eine einzigartige Stimmung erzeugt.

Was sind deine ersten Erinnerungen, Stichwort Ostkurve Steh? 

Anders als mein Co-Autor Thomas Andre, der aus der Pfalz kommt, schon seit Kindheit Werderfan ist und deshalb auch unbedingt in Bremen studieren wollte, hatte ich absolut keine Ahnung von Fußball, als er mich im Spätsommer 2002 zu einem Stadionbesuch überredet hat. Ich bin komplett ohne Erwartungen mitgegangen und war vom Gesamtereignis Stadion sofort komplett fasziniert. Das hatte erst mal gar nichts mit dem Sportlichen zu tun. Ich fand es zum Beispiel unglaublich, dass knapp 40.000 Individuen teilweise innerhalb von Sekundenbruchteilen eine Art Organismus bilden können, der auf das Spielgeschehen reagiert. Insgesamt war’s also sofort um mich geschehen, der Fußballsachverstand kam dann nach und nach dazu. Ich hatte damals schnell auch das Glück, eine Dauerkarte für die Ostkurve kaufen zu können, und die habe ich seitdem auch über einen jahrelangen Hamburg-Ausflug hinweg behalten.

Unsere Produktion Hawaii basiert auf einem Roman von Cihan Acar. Der hat auch 111 Gründe, Galatasaray zu lieben geschrieben. Wie viele „großartigste Fußballvereine der Welt“ kann es denn geben?

Jeder Fußballverein ist für seine Fans der großartigste der Welt, das ist ja das Tolle am Fußball, oder vielmehr das Tolle am Fansein an sich. Der erste Grund in unserem Buch heißt „Weil man sich den Verein nicht aussucht“ und wir zitieren darin den britischen Autor Nick Hornby, der den Moment, Fan zu werden, in seinem Roman Fever Pitch mit dem Beginn einer Liebesbeziehung vergleicht. Und er hat recht, nur dass die Beziehung zwischen Fan und Klub in der Regel im Gegensatz zu den meisten zwischenmenschlichen dauerhaft ist, egal, was in dem Klub sportlich oder strukturell passiert. Das ist nüchtern betrachtet natürlich ziemlich verrückt, aber Fußball-Anhänger:innen sind wie Schwäne, sie bleiben ihrem ersten Klub in der Regel ein Leben lang treu. Ich zum Beispiel habe fast zehn Jahre als Sportreporterin vor allem den FC St. Pauli, aber auch viele andere Vereine in der ersten und zweiten Bundesliga näher kennengelernt. Aber auch wenn ich begeisternde Spiele gesehen habe oder die Stimmung am Millerntor oder in anderen Stadien großartig fand – ich habe keinen einzigen Moment überlegt, ob ich nicht fantechnisch besser auf Köln, Dortmund, Schalke oder 1860 München umschwenken sollte.

„Lebenslang Grün-Weiß“ gilt für Fans. Nicht für Spieler:innen. Johan Micoud ist inzwischen Winzer in der Nähe von Bordeaux. In Hawaii geht es darum, wie Fußballprofi Kemal nach einem Unfall wieder zurück ins „normale“ Leben finden kann. Was kommt nach dem Fußball?

Mit seinem Weingut ist Johan Micoud sicher eine Ausnahme, aber er gehört auch zu denen, deren Welt schon während ihrer Karriere nicht nur aus Fußball besteht. Vor allem für die Spieler, bei denen das nicht so ist, kann der Weg zurück in einen Normalo-Alltag hart sein. Der Großteil des gewohnten Tagesablaufs bricht weg und die Spieler müssen sich mitten in ihrem Erwachsenenleben als Menschen neu erfinden. Ein für viele Ex-Profis interessanter – und auch logischer – Weg ist es natürlich, im Metier zu bleiben und dann beispielsweise als Trainer, Sportchef, Berater oder TV-Experte zu arbeiten.

Du selbst bist nun Pressesprecherin der Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration. Das passt inhaltlich auch zu Hawaii, denn Kemal kommt aus einem Hochhausbezirk, der von migrantischen Erfahrungen und sozialen Auseinandersetzungen geprägt ist. Welche Rolle kann Fußball, kann Sport bei der Integration und der Entwicklung Jugendlicher spielen?

Auf dem Platz zählt nicht der Pass, sondern ob der Pass ankommt – so hat es mal der Präsident des Bonner SC formuliert. Fußball zu spielen oder allgemein Teil eines Sportteams zu sein, kann Jugendlichen auf jeden Fall dabei helfen, Selbstbewusstsein zu entwickeln und Freunde zu finden, sich angenommen zu fühlen. Indirekt trägt dazu auch das Sozialressort bei, denn zu unseren Aufgaben gehört es, positive Lebensbedingungen für junge Menschen und Familien und eine kinder- und familienfreundliche Umwelt zu schaffen. Dazu gehören auch Spiel- und Bolzplätze. Grundsätzlich hat Fußball integrationstechnisch natürlich auch insofern eine Art Vorbildfunktion für Jugendliche, als sich jede Saison wieder zeigt, auch bei Werder, dass die Geschichte „vom Talent zum Shooting-Star“ Realität werden kann.

 

 

Veröffentlicht am 6. Mai 2024

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