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#Drinnenunddraussen Junges.Theaterbremen

Was siehst du von außen nicht?

Warum die Bühne ein Ort ist, an dem man auf die Eindeutigkeit der Welt mit Uneindeutigkeit antworten kann? Choreografin Antje Pfundtner im Gespräch mit der Dramaturgin Saskia Scheffel.

Saskia Scheffel: Drinnen und Draußen sind auf den ersten Blick fast unscheinbare Begriffe. „Ich gehe mal wieder rein“ oder „Du musst mehr aus dir herausgehen“ sind Sätze des Alltags. Wie kam es zu deinem Interesse an diesem Thema?

Antje Pfundtner: Also erst mal würde ich dir fast widersprechen. Rein- und rausgehen, ja, das sind alltägliche Begriffe, aber Drinnen und Draußen machen bei mir sofort diese ganzen Wertungssysteme und Grenzen auf, also ein ganz schön großes gesellschaftliches Thema. Und das Interesse kam durch das gemeinsame Gespräch. Ich finde das immer ganz schön, wenn man von Häusern dazu eingeladen wird, dass man dann ein bisschen thematisch zusammen sucht. Und ich kann mich noch vage erinnern, dass Kinderbücher im Rennen waren und wir versucht haben, die Themen daraus zu übersetzen. Und in dieser Suche kam dann auf, ob es da nicht eigentlich um die Frage von Drinnen und Draußen geht. Das hat dann bei mir im Kopf direkt so eine Schere aufgemacht, dass ich sofort dachte „Oh spannend“. Es hat zwar auch etwas plakatives, eben ein binäres System, aber genau das macht Spaß zum Spielen. In unserer Gesellschaft ist ja leider viel auf binären Systemen aufgebaut, aber diese fordern immer auch auf, darüber nachzudenken und sie aufzubrechen.

Wenn wir das binäre System für den Moment noch kurz aufrechterhalten: Bist du lieber Drinnen oder Draußen und was verbindest du jeweils damit?

Jetzt bin ich natürlich schon geprägt vom Prozess und fand in der ganzen Recherche die Frage nicht uninteressant von „Gibt es überhaupt ein Draußen?“. Und was daran natürlich kitschig philosophisch schön ist, dass es dann ja auch keine Zuordnungen gäbe und das binäre System allein durch diese Behauptung aufgebrochen wäre. Wenn wir allerdings das Draußen ganz plakativ behalten, als wirklich draußen sein in der Natur, dann würde ich sagen, bin ich sehr wetterabhängig. Wenn es schönes Wetter ist, versuche ich wirklich jede Sekunde draußen zu sein. Aus der Sicht der Kommunikation brauche ich beides: Da bin ich sozusagen gern draußen, also im Kontakt und im Austausch. Und das Drinnen brauch ich dann wiederum für meinen Rückzug – um bei mir zu sein. Was ich also wirklich lieber mag? Keine Ahnung, auch wenn es natürlich schön wäre für ein Interview eine kurze knappe Antwort zu haben.

Aber für das Aufbrechen von Binarität braucht es ja auch komplexere Antworten. Du hast einmal gesagt, dass die Bühne ein guter Ort ist, um auf die Eindeutigkeit der Welt mit Uneindeutigkeit zu antworten. Der Probenprozess ist so auch geprägt von einem Forschen und vielen Fragen. Hat sich für dich eine neue Lieblingsfrage ergeben oder ist es die Frage, ob es überhaupt ein Draußen gibt?

Das ist auf jeden Fall ein großer Favorit. Dann mag ich auch die Frage „Was siehst du von außen nicht?“. Es kommt jetzt gar nicht mehr so viel im Stück vor, aber dieser Auftrag von „Ich beschreib mich mal von innen“ interessiert mich sehr und daran auch die Frage: „Wie kann ich mein Inneres zeigen? Und darf ich das?“.

Es geht im Stück auch viel darum, was uns zu einer Gruppe macht. Was einschließt oder auch aus? Wodurch schließt Theater aus und wie könnte man das ändern?

Oh ja, eine wichtige Frage. Ich glaube, Theater will idealerweise gar nicht ausschließen, das würde ich zumindest „dem Theater“ unterstellen. Wir sind da dann schnell bei Strukturfragen: Was kostet ein Ticket? Wie lädt man ein? Wann wir gespielt? Wie denkt man den ganzen Bereich der Zugänglichkeit? Da wird ja auch viel gemacht und viel gedacht. Es gibt viele Leute, die sagen Theater muss noch mehr raus, oder noch mehr in den öffentlichen Raum – oder für junges Publikum eben in die Schulen. Und da gibt es viele Ansätze und auch bereits Umgesetztes – in diese anderen Systeme zu gehen. Aber weil ich den klassischen Ort Theater so mag, frage ich mich auch gerne: „Wie kriegst du die Leute in die Blackbox? Wie baut man dort die Barrieren ab?“. Das ist ein ewiger gesellschaftlicher Dialog, weil in Deutschland Theater immer noch oft mit Elite und mit Hochkultur verbunden wird. Also ist das vielleicht auch ein Aufklärungsauftrag, zu zeigen was da an anderen Formen in einem Theater stattfindet.

Veröffentlicht am 11. März 2025.

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