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#buddeln #Moks Junges.Theaterbremen

Wenn das heulende Krokodil kommt

Depression bei Kindern? Ein Thema, das eher tabuisiert wird. Besser nicht: lieber drüber reden und auf jeden Fall: dranbleiben. Das Moks bringt nun ein Stück dazu auf die Bühne. Ein Gespräch mit der Bremer Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Eva Gliem, geführt von Dramaturgin Saskia Scheffel.

Saskia Scheffel: Im Stück Buddeln geht es um drei Freund:innen im Alter von ca. neun Jahren, die alles gemeinsam machen und jeden Tag miteinander spielen. Irgendwann spielt Olm nicht mehr mit, er fängt an sich einzubuddeln und die anderen müssen ihn suchen. Er beschreibt den Grund dafür später als das Grauen. Eine Krankheit, die alles einfach schlimm macht. Eine Depression. Welche Symptome von Depressionen erlebst du als Psychologin bei Kindern?

Eva Gliem: Also da gibt es ganz viele unterschiedliche Symptome. Diese treten auch unterschiedlich auf im Vorschulalter, Grundschulalter und dann bei Jugendlichen. Eine anhaltende Traurigkeit, vermindertes Interesse an Bewegung, hohe Reizbarkeit, aggressives Verhalten, Interessensverlust, plötzlicher Leistungsabfall in der Schule, sozialer Rückzug, wenig Selbstvertrauen, Veränderungen im Ess- und Schlafverhalten sind eigentlich die Symptome in jedem Alter. Kinder haben dann oft auch Kopf- und Bauchschmerzen. Es ist einfacher die Diagnose zu stellen je älter die Kinder sind. Im Vorschulalter werden vorwiegend körperliche Beschwerden benannt.

Als selbst von Depression betroffene Person habe ich schnell gemerkt, wie schwer sich das Krankheitserleben nichtbetroffenen Personen beschreiben lässt, weil es eben kein gebrochenes Bein oder etwas ähnlich Greifbares ist. Ich habe dann, wie das Stück, versucht mein Erleben durch Bilder zu beschreiben. Arbeitest du in der Therapie auch mit Metaphern für Depression?

Ja, das machen wir eigentlich meistens so, dass man dann auch mal ein Bilderbuch liest oder die Kinder etwas malen. Sie malen dann eine Figur für ihre Depression oder ihre Traurigkeit, oder womit sie eben kommen. Manchmal suchen sie sich auch ein Tier aus. Und dann kommt mal das heulende Krokodil oder der traurige Schatten oder sowas. Aber auch ganz viele andere Sachen.

Melek und Nao versuchen viele Dinge, bevor Olm sich öffnen kann und sie gemeinsam einen Weg aus der Tunnelwelt und einen Umgang mit der Depression finden. Gibt es Tipps oder Strategien, die du Freund:innen und Familien von Menschen mit Depressionen empfehlen würdest?

Ja, also auf jeden Fall da sein. Unterstützen, dass der oder diejenige weiterhin aktiv bleibt, Sachen zusammen machen, zuhören und geduldig sein, weil es sehr wahrscheinlich ist, dass die betroffene Person ablehnt und sagt „Nee keine Lust“. Das kommt ja im Stück auch vor, aber es ist wichtig, dass man dann trotzdem dranbleibt. Dass man nicht sagt „Ah die hat überhaupt gar keine Lust mehr, soll sie sich doch mal selber melden.“ Im Stück denken die Freund:innen ja auch manchmal so „Och man“ und bleiben trotzdem dabei. Wichtig ist nicht zu versuchen zu therapieren oder zu versuchen die Probleme für denjenigen zu lösen oder kleinzureden. Und ihn/sie auch nicht zu Entscheidungen zwingen. Das macht betroffenen Personen noch mehr Probleme, wenn sie denken: „Ah ich müsste das machen, aber ich kann das im Moment nicht.“  Lieber akzeptieren und jemanden begleiten und einfach zuhören. Auch für Eltern ist es wichtig, dass man einfach da ist und dass man im Gespräch bleibt. Da kommt es auch drauf an, wie vorher das Klima in der Familie ist, wie viel wird da besprochen, wie ist das Vertrauen.

Und wenn man merkt, man kommt an seine Grenzen oder auch wenn einem Sachen auffallen, ist es gut, dies auch mit Vertrauenspersonen zu besprechen. Es sollte nicht so ein Tabu sein oder etwas, das verheimlicht werden muss.

Darüber reden und sich Hilfe holen ist ein sehr wichtiger Punkt. Welche konkreten Hilfsangebote gibt es in Bremen für Kinder und Jugendliche mit Depressionen oder ihre Angehörigen?

Es ist in jedem Fall gut, sich an Beratungsstellen zu wenden, wie KIPSY oder an die Kinder- und Jugendärzte, oder auch sozialpsychiatrische Praxen und Kinder- und Jugendtherapeut:innen. Leider sind Therapieplätze auch mit langen Wartezeiten verbunden, deswegen sind Beratungsstellen auch so wichtig, weil die akut mehr Zeit haben. Für Kinder ab 10 oder für Jugendliche gibt es im Netz auch ganz gute Angebote, wie beispielsweise den Krisenchat oder jugendnotmail.de.

 

Veröffentlicht am 15. September 2025.

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