THEATERBREMEN

Kleines Haus / Premiere / ausverkauft (eventuell Restkarten an der Abendkasse)

Love you, Dragonfly

Sechs Versuche zur Sprache des Glaubens
von Fritz Kater
im Anschluss Premierenfeier

„Geschichten zu erzählen ist eine zutiefst menschliche und würdevolle Art, schwierigen Situationen Sinn zu verleihen.“ (Simon Stephens) — Liebe. Familie. Fortschritt. Gott. Freiheit. Leben. Große Worte, mit denen der Autor die Szenen seines Stückes überschreibt. Große Themen, die er damit anreißt und die sich in den lose zueinandergefügten und nebeneinanderstehenden Szenen widerspiegeln. Geschichten durch acht Jahr­zehnte hindurch, verbunden durch Figuren, deren Schicksale von den realen Härten des Lebens ins Zauberhafte übergehen und umgekehrt: der Erfinder eines Goldprozessors, dem eine Explo­sion die Körperteile abreißt und der sich in eine goldene Statue verwandelt; der Mann, der einen afrikanischen Jungen adoptiert, der zum Mörder wird; der 1942 verratene Kriegsdeserteur; der NVA-Soldat, der sich in den Westen träumt. Geschichten von der schillernden Sehnsucht nach Gold, Geld und Leben und der großen Frage, an was man glaubt und für wen man sein Herz spenden würde. Unter dem offenen Pseudonym Fritz Kater schreibt Arm­in Petra­s seit Jahren Thea­terstücke. "Love you, Dragonfly" wurde 2016 am Theater Bonn uraufgeführt. Nun inszeniert der Regisseur den Autor selbst.

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Pressestimmen

„Schiefe Bilder sind der von Anfang an eingerechnete Preis, den man für solch ein unmögliches Welttheater zu zahlen hat: ‚Die Sonne Satans schien vom Meer her‘, wie stark, wie falsch. Wie pathetisch, wie leidenschaftlich, wie uncool. Und wenn man sich auf diese unzeitgemäße, vielstimmige Unbedingtheit einlassen möchte, dann eben auch: wie wahrhaftig.“ (Falk Schreiber, Theater heute, November 2018)

„Diesen Bildern und Geschichten eine kompakte Botschaft abzulauschen, scheint darob vergebens. Es ist eher eine Ahnung, dass angesichts der Vergeblichkeit menschlichen Strebens und der daraus resultierenden Katerstimmung zu Euphorie wenig Anlass besteht. Zumindest, was das Leben angeht. Fürs Theater gibt dieser Abend Anlass zu den schönsten Hoffnungen für die neue Spielzeit am Theater Bremen“. (Andreas Schnell, nachtkritik, 15. September 2018)

„Von der schrillen Groteske auf die Sowjetzeit inklusive Gulag und Kannibalismus zur psychedelischen Verdoppelung der Protagonisten, von einem Hauptmannschen Naturalismus zur Kapitalismusparodie mit Videoscreens reichen die Zugriffe von Petras‘ Regiekaleidoskop. […] Diese Atmosphäre des verletzlichen Wollens macht die zerbrechliche Collage der Schicksale am Ende zu einer anrührenden Lesart von Geschichte. Der Regisseur glaubt offensichtlich noch an das Schöne im Menschen.“ (Till Briegleb, Süddeutsche Zeitung, 24. September 2018)

„Sechs beachtliche Bilder in 160 Minuten bietet Fritz Katers Stück „Love you, Dragonfly“, das sein natürlicher Sachwalter, Bremens neuer Hausregisseur Armin Petras, im Kleinen Haus mit einem betörend aufgelegten Ensemble auf die Bühne bringt. […] Kater lädt dem Publikum viel auf, Petras verlangt den Akteuren viel ab. Ihr Theater der Verausgabung fordert jede Menge, gibt aber ungleich mehr zurück. […] Schön, dass Kater und Petras auch in Bremen überschreiben und Puppen tanzen lassen!“ (Hendrik Werner, Weser Kurier, 16. September 2018)

„Petras ist nun wirklich kein neuer Name in der deutschen Theaterlandschaft – und viele Häuser reißen sich um seine Inszenierungen – und auch um seine Bearbeitungen und eigenen Werke. Dieses Stück hatte vor rund zwei Jahren in Bonn seine Uraufführung – dort hat Petras aber nicht Regie geführt. Dies ist nun die zweite Inszenierung des Werks und Petras hat sich mit seinem eigenen Werk auseinandergesetzt. So viel Freiheit ist schon fantastisch!“ (Marcus Behrens, Bremen Zwei, 17. September 2018)

„Es wird geschrien, getanzt, gelacht und gelitten. Das ist mal irritierend und abstoßend, dann wieder zerbrechlich und ganz nah. […] Highlight: Liedermacher Philipp Poisel (‚Liebe meines Lebens‘) schlendert barfuß mit Gitarre über die Bühne und wird immer wieder Teil des Spiels. Ein intensiver, anstrengender Abend. Viel Applaus vom Premieren-Publikum.“ (Corinna Laubach, BILD, 17. September 2018)

„Und immer stehen die Geschichten der Menschen, die Petras nach literarischen Vorbildern wie Heiner Müller oder Tschingis Aitmatow entwirft, hautnah im Clinch mit den Zeitläufen, den großen gesellschaftlichen Ideen, die die Verhältnisse zum Tanzen brachten. Und noch ein bisschen bringen. […] Wobei das Ensemble hier ganz insgesamt eine wahre Freude ist.“ (Rolf Stein, Kreiszeitung, 17. September 2018)