Theater am Goetheplatz

L’elisir d’amore (Der Liebestrank)

von Gaetano Donizetti
Musikalische Leitung: Alice Meregaglia
Regie: Michael Talke

„Eine kesse, quietschbunte Inszenierung, die viel zum Lachen bietet, aber nie in die Klamotte abgleitet.“ „So geht komische Oper heute“. „Ganz im Zeichen der Virtuosität des Leichten“, so lauteten die hymnischen Kritiken nach der Premiere. Jetzt wird die Erfolgsproduktion von 2014 wieder aufgenommen. Doch, Achtung: Sie könnten sie verpassen, denn nur drei Termine sind geplant. Und am 2. Mai ist alles vorbei.

Auf dem Lande lebt der unscheinbare Nemorino, der die stolze Adina liebt. Wie so oft geht es ums Geld – er jedenfalls hat es nicht. Aber sie will nur einen mit reichlich Kohle. Also bleibt die heiße Liebe unerwidert. Und noch viel schlimmer: Adina wirft sich in die Arme des feschen, finanzstarken Belcore, der ihr stante pede einen Heiratsantrag macht. Nemorino muss nun mehr als eine heimliche Träne. Doch jetzt kommt Nemorino die rettende Idee: Wie wäre es mit einem Mittel aus einer seriösen Oper, einem Liebestrank à la Tristan und Isolde? Wunderbar, gerade kommt Quacksalber Dulcamara im Dorf vorbei. Also, her mit dem Trank. Doch der schlägt erst nicht so richtig an. Frust! Da hilft nur weitertrinken, das fällt nicht schwer, das Gebräu schmeckt verdammt gut. Und auf einmal, gänzlich unerwartet, zeitigt der Genuss des roten Rebensaftes eine durchschlagende Wirkung: Um Nemorino reißt sich die gesamte dörfliche Damenwelt. Hat es am Elixier gelegen oder der Nachricht, dass Nemorinos Onkel verstorben ist und er ihn beerben wird? Wer weiß? Doch in jedem Falle steht einem schnellen Happy End nichts mehr im Wege.
Verschwenderisch geht Donizetti mit seinen Mitteln um: Schöngesang, Schmelz, Koloratur, perlende Töne, Virtuosität, ein Sängerfest. Donizettis leichtes Lustspiel ist Belcanto vom Feinsten. Und mit Marysol Schalit als Adina und Hyojong Kim als Nemorino in den Hauptpartien ist ein Lieblings-Liebespaar des Theater Bremen in seinem Kernrepertoire dabei. Zudem gibt es einige Rollendebüts: Birger Radde ist der schmucke Belcore, Stephen Clark gibt den schmierigen Straßenverkäufer Dulcamara, und Ulrike Mayer ist Adinas intrigante Freundin. Und am Pult steht – leider immer noch eine Rarität – ein Frau: Alice Meregaglia. Fast also eine kleine Premiere, in der ein neu zusammengestelltes Hausensemble die Kraft der Komödie hochleben lässt.

Dauer: 2 Stunden 30 Minuten, eine Pause

  • Besetzung

    Adina Marysol Schalit
    Nemorino Hyojong Kim
    Belcore Birger Radde
    Dulcamara Stephen Clark
    Gianetta Ulrike Mayer

    Opernchor des Theater Bremen
    Musikalische Leitung Alice Meregaglia
    Regie Michael Talke
    Bühne Barbara Steiner
    Kostüme Regine Standfuss
    Chor Alice Meregaglia
    Licht Christopher Moos
    Dramaturgie Katinka Deecke
  • Pressestimmen

    „So geht komische Oper heute. Das fand auch das Publikum, das viel Szenenapplaus spendete und zum Schluss jubelte. Für das Bremer Musiktheater ist „Der Liebestrank“ nach den konzis und atemberaubend inszenierten „Meistersingern“ und der kühnen „Anna Karenina“ zudem bereits die dritte Punktlandung in dieser Spielzeit.“
    Iris Hetscher, Weser Kurier, 1. Dezember 2014

    „Ganz im Zeichen der Virtuosität des Leichten, die so charakteristisch für den Belcanto ist, besticht das Ensemble durch eine hochentwickelte Technik, die aber wunderbar dezent bleibt und Platz macht für sehr schöne Stimmen. Die Bremer Philharmoniker überzeugen, ihr Leiter Rolando Garza Rodriguez setzt mit leichtem Zugriff, der mitunter zupackend, aber niemals dominant ist, eine Energie frei, die perfekt zur außer Kontrolle geratenen Glittershow passt und alles leicht werden lässt, auch die Liebe.“
    Mareike Bannasch, Kreiszeitung, 1. Dezember 2014

    „Fazit: Eine kesse, quietschbunte Inszenierung, die viel zum Lachen bietet, aber nie in die Klamotte abgleitet. Eine mitreißende Musik, gespielt von einem tollen Orchester (die Bremer Philharmoniker unter der Leitung von Rolando Garza Rodríguez), großartige Sängerinnen und Sänger, allen voran Marysol Schalit als Adina, Luis Olivares Sandoval als Nemorino, Patrick Zielke als Dulcamara sowie Gustavo Feulien als Belcore. Inhalt und Musik sind in dieser Produktion absolut stimmig. Das Premierenpublikum war begeistert.
    Empfehlung: Unbedingt reingehen.“
    Margit Ekholt, Radio Bremen online, 1. Dezember 2014

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