THEATERBREMEN

2019 / 2020

Junges.TheaterBremen

Stücke

Moks

„Der Mensch kann seine Potenziale nur in Gemeinschaft mit anderen entfalten“, so die These des Hirnforschers Gerald Hüther. Gemeint sind damit allerdings nicht die Leistungs- oder Angstgemeinschaften, wie wir sie im Kapitalismus oder in den aufkeimenden nationalen Bewegungen verschiedener Länder gerade beobachten, sondern ein Raum, in dem sich Menschen als gleichberechtigte Subjekte begegnen können. „Die entscheidende Frage, vor der wir jetzt stehen im 21. Jahr­hundert, ist, ob wir es auch schaffen, Gemeinschaften zu bilden, in denen Menschen aneinander und miteinander wachsen“, so Hüther. Wo und wie könnte sich eine solche Gemeinschaft zusammenfinden? Wo haben vor allem junge Menschen die Möglichkeit, Gemeinschaft zu erleben, jenseits von Institutionen wie der Schule? Ist das Theater so ein Versammlungsort? Das Zuschauen, das empathische Erleben von und gemeinsame Verständigen über verhandelte Inhalte auf der Bühne, die Offenheit, Welt kollektiv anders wahrzunehmen, stärkt den Gemeinsinn. Aber eben auch der aktive Austausch. Das Wort „Ensemble“ benutzen wir im Theaterkontext für die BühnenkünstlerInnen, die SchauspielerInnen. In der kommenden Spielzeit erweitern wir den Ensemble-Begriff auf unser Publikum, so wie er in der Übersetzung aus dem Französischen zu verstehen ist: „gemeinsam, zusammen, beisammen“. Über die Produktionen und Vorstellungen hinaus möchten wir einen Raum schaffen, in dem Junge AkteurInnen und ZuschauerInnen eine Gemeinschaft bilden und über das debattieren, was ihnen wichtig ist. In Workshops, Werkstätten und verschiedenen Versammlungsformen möchten wir Raum geben, ohne zu dominieren, miteinander sprechen, ohne zu bevormunden, und Gespräche moderieren, ohne sie gleichzeitig schon zu beeinflussen. Wir haben großes Interesse zuzuhören und noch mehr Orte für eine jugendliche Gemeinschaft zu schaffen, die bereit ist für eine kritische Bestandsaufnahme, die Zukunft denkt, Visionen sammelt, ihre Potenziale entfaltet und keine Hemmungen hat, uns mit kritischen Manifesten am Ende der Spielzeit zu konfrontieren, die nichts weniger als das Leben und die Rolle des Theaters darin hinterfragen. Hüther verweist im Übrigen darauf, dass jeder Mensch eine Grunderfahrung als Kind mache, die es als Erwachsener zurückzuerobern gälte: „Diese Grunderfahrung heißt, ich bin ein Subjekt, ich bin ein Gestalter, ich werde von anderen gesehen, und ich kann mit anderen in eine Begegnung kommen.“ Wenn Theater es schafft, dieses Gefühl zu vermitteln, ob vor, hinter oder auf der Bühne, ist viel für unsere Gesellschaft gewonnen.

Für das Team JUNGES.THEATERBREMEN

Rebecca Hohmann
Künstlerische Leiterin

Unsere aktuellen Spielpläne gibt es hier:
AugustSeptemberOktober JUNGES.THEATERBREMEN
NovemberDezember JUNGES.THEATERBREMEN

Hier findet ihr uns auf Facebook.

Junge Akteur*innen

Liebe (zukünftige) junge Akteur_innen,
„Alle großen Manifeste, die ganze Jahrhunderte angeführt haben, begannen mit einer Ahnung.“ – das schreibt Philipp Ruch, künstlerischer Leiter des Zentrums für politische Schönheit, in „Wenn nicht wir, wer dann? Ein politisches Manifest“. Ermutigend erscheint uns diese Aussage deshalb, weil es vielleicht gar nicht immer der ganz große Wurf, die geniale Idee, das fertige Konzept sein muss, das am Anfang einer bahnbrechenden Bewegung steht. Wir stellen unsere diesjährige Spielzeit unter den Titel „Manifeste“ und mehr denn je euch zur Verfügung: Wir stellen uns euch zur Verfügung, um gemeinsam eure Visionen, eure Gedanken und eure Kunst zu manifestieren. Wir freuen uns, dass u. a. Theatermacher_innen wie der Choreograf Samir Akika und die Regisseurin Alize Zandwijk junge Akteur_innen in den Mittelpunkt ihrer spannenden Theaterarbeit rücken werden, um das Potenzial und den Möglichkeitsraum der Begegnung zwischen Künstler_innen und Jugendlichen weiter zu entwickeln.
Wir möchten gemeinsam mit euch erforschen, inwieweit unser Theater, unser gemeinsames künstlerisches Schaffen, euch, uns und das Publikum bewegen kann. In den Theaterwerkstätten, die wie jedes Jahr Kindern und Jugendlichen eine Spielzeit lang Gelegenheit geben, sich regelmäßig zum Theaterspielen zu treffen, in den Produktionen, in denen wir euch den Raum eröffnen, intensiv und unter professionellen Bedingungen Teil eines Ensembles zu werden und diese Spielzeit vor allem in regelmäßigen Workshops, mit denen wir gemeinsam mit Künstler_innen aus verschiedenen Sparten genre- und altersübergreifend mit euch allen das große „Mani:Fest der Jugend“, das am Ende der Spielzeit auf dem Goetheplatz stattfinden wird, vorbereiten.
Euer Theater. Eure Visionen. Euer Manifest.
Egal, ob ihr schon jetzt öfter im Theater seid, als zu Hause oder ob ihr zum ersten Mal von uns hört: Wir freuen uns auf viele neue und bekannte, aufregende, mutige, introvertierte, laute, poetische, verrückte junge Menschen, wir wünschen uns ein diverses und offenes Junge-Akteur_innen-Ensemble, das gemeinsam aus einer leisen Ahnung heraus wer weiß was anstößt!

Euer Junge Akteur_innen-Team
Nathalie Forstman und Christiane Renziehausen

Kontakt:

Tel 0421.3653-449
ja@theaterbremen.de

Leitung: Nathalie Forstman
E-Mail: nforstman@theaterbremen.de

Theaterpädagogik und Dramaturgie: Christiane Renziehausen
E-Mail: crenziehausen@theaterbremen.de

Hier könnt ihr das Programm von Junge Akteure herunterladen.

Theaterpädagogik

Theater ist eine sinnliche Kunst. Man kann es hören, sehen, riechen, es berührt oder irritiert. Will man Theater angemessen vermitteln, muss man die Sinne kitzeln. Theaterpädagogik ist so eine Vermittlungskunst. Mit unserer theaterpädagogischen Arbeit wollen wir künstlerische Prozesse mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen initiieren und gestalten. Spielerisch ermöglichen wir Erfahrungen mit dem Medium Theater.
Die Angebote im Bereich Theater und Schule sollen Kinder und Jugendliche an Schauspiel, Musiktheater und Tanz heranführen und Lehrerinnen und Lehrer in ihrem Anliegen der Kunstvermittlung unterstützen.
In unseren Workshops untersuchen wir Inszenierungen des Theater Bremen auf ihren Inhalt und ihre Ästhetik. Dabei sieht jeder Workshop anders aus. Im Zentrum unserer Arbeit steht das Verstehenlernen des Zeichensystems Theater. Ziel unserer Angebote ist die Befähigung der Teilnehmenden, ästhetische Entscheidungen zu hinterfragen und zu reflektieren. Unsere Fortbildungen greifen Themen der Schultheaterszene auf, beschäftigen sich aber auch mit Tendenzen aus dem Profitheater, die die Arbeit mit Laien inspirieren könnten. Ein Blick hinter die Kulissen schafft oft den ersten Kontakt mit Theater.

Das detaillierte Workshopprogramm der Theaterpädagogik finden Sie in der Broschüre Theater für Schulen. Unter Junges Theater Bremen können Sie sich außerdem das Programm von Moks und Junge Akteure herunterladen.

Wir freuen uns auf inspirierende Begegnungen mit Ihnen!

Kontakt
Rieke Oberländer Leitung, Theaterpädagogin, Tel.: 0421 3653 - 230
Shalün Schmidt, Theaterpädagogin, Tel.: 0421 3653 - 229

Am besten erreichen Sie uns per E-Mail.
E-Mail: theaterpaedagogik@theaterbremen.de
www.theaterbremen.de/theaterpaedagogik

Klassen los!

Stadttheater heißt Theater für alle. Da aber nicht alle Kinder und Jugendliche die Eintrittskosten aufbringen können, ermöglichen wir Schulklassen aus wirtschaftlich benachteiligten Stadtteilen über das Projekt Klassen los! einen kostenlosen Vorstellungsbesuch.
Anmeldungen bitte per E-Mail an: theaterpaedagogik@theaterbremen.de

Wenn Sie das Projekt unterstützen möchten, freuen wir uns sehr über eine Spende mit dem Vermerk „Klassen los!“ auf das folgende Konto:
Theater Bremen GmbH
Nord LB Bremen
IBAN: DE05 2905 0000 1070 5550 00
BIC: BRLADE22XXX

Spielzeitheft JUNGES.THEATERBREMEN

Hier können Sie sich das komplette Spielzeitheft 2019/2020 herunterladen oder online durchblättern.