Kleines Haus

Aber sicher!

von Elfriede Jelinek
Regie: Alexander Riemenschneider

„Aus Schulden werden Werte werden, aus Nichts wird Etwas werden, aus Ich wird Es werden, aus Etwas wird Nichts werden …“ (Elfriede Jelinek) — Die Stimmen blinder Seher und blind Vertrauenden, gieriger Spekulanten, Opfer geplatzter Immobilienblasen, Finanzalchemisten, Wertpapierdesignern und der Autorin Elfriede Jelinek selbst, schwellen in Aber sicher! zu einer gigantischen Klage an. Sind sie unschuldig(?) schuldig gewordene Ödipusse? Einzig unserer Unsicherheit können wir gewiss sein. Elfriede Jelinek verarbeitet pausenlos die aktuellen Wirtschaftkrisen zu bitterbösen Satiren über die Herrschaft des Geldes. Angesichts der Ereignisgeschwindigkeit des Finanztsunamis wäre kapitulieren einfach gewesen, doch sie schreibt weiter, mit Hochgeschwindigkeit dem ökonomischen, gesellschaftlichen und systemrelevanten Kollaps entgegen. Doch was geschieht danach? – Nichts. Oder nichts Neues. Denn aus Nichts wird Etwas – aus den Trümmern der Crashs werden Milliardengeschäfte generiert. Die Katastrophe ist, dass die Katastrophe sich NICHT ereignete.

Dauer: ca. 2 Stunden, keine Pause

  • Termine / Karten

  • Besetzung

  • Pressestimmen

    „Ein engagiertes Männerquartett (Siegfried W. Maschek, Nikolai Plath, Robin Sondermann und Alexander Swoboda) spielt im Saale mit den girlandischen Jelinekschen Tiraden zu Schulden, Wert und Schöpfung, dem Herrn, der spricht, dem Herrn von der Bank. […]Das ist, wie die fundamentale Kapitalismuskritik, im Wechsel zwischen Chor und Einzelstimmen, durchaus jelinekisch und hübsch irritierend.“
    Die Welt, 16. März 2013

    „Die junge Schauspielerin Lisa Guth macht[…] im zweiten Teil des „Aber sicher!“-Abends, allein im kleinen Schwarzen vor der Bretterwand stehend, ein beeindruckendes Solo über Identität, historische Irrtümer und die Brutalität dieser Welt. […] Dort sitzt, wie zu Anfang beschrieben, Irene Kleinschmidt. Ihr Part ist wohl auch deshalb so eindringlich, weil bei ihr hinter all dem Hohn und Spott die Hilflosigkeit und Ohnmacht der Autorin deutlich wird. Dennoch lässt sie es sich nicht nehmen, mit ihrem gesunden Menschenverstand weiter die Absurditäten des Finanzsystems zu benennen“
    Frankfurter Rundschau, 16./ 17. März 2013

    „Und so haben Alexander Riemenschneider und seine Dramaturgin Regula Schröter in Bremen ein großes Welttheater daraus gelesen, ein perverses Mysterienspiel, ein Fest für die SchauspielerInnen.
    taz, 16./ 17. März 2013

    „ […]das ist alles schön und gut, wie ja auch die sieben Schauspielerinnen und Schauspieler der zweistündigen Aufführung schön oder jedenfalls gut sind (wie kann man solche Texte bloß behalten!) – lohnend aber wird der Abend vor allem doch durch den virtuos ausschweifenden O-Ton Jelinek […]. Kann man diese gar nicht so einfache Inszenierung also wirklich empfehlen? Aber sicher!“
    Weser Kurier, 16. März 2013

    „ „Aber sicher!“ ist hier am Ende natürlich gar nichts. Allenfalls die Gewissheit, dass es sich um einen Jelinek-Abend der besseren Sorte handelt. Weil kluge Setzungen vor allem im ersten Akt dem Text eine dramatische Dimension abringen. Indem Regisseur Alexander Riemenschneider die Prosa unter vier scharf abgegrenzten Charakteren aufteilt, verleiht er der Prosa eine theatralische Raumwirkung.
    Kreiszeitung, 16. März 2013

    „Der junge Regisseur setzt stark aufs Wort, die Darsteller artikulierten sorgfältig und bewältigen die komplexen Textmassen […] makellos. Die Aufführung konzentrierte sich auf wenige Bilder, aber die hatten es in sich.
    Deutschlandradio Kultur, 14. März 2013

    „[…] sein[Alexander Riemenschneiders] Ensemble agiert präzise. Den ersten Teil bestreiten Alexander Swoboda, Siegfried W. Maschek, Nikolai Plath und Robin Sondermann, die bemerkenswert konzentriert durch Text und Publikum arbeiten.“
    Nordwest Zeitung, 16. März 2013

    „Allein schon das Verzweifelt-Paradoxe am Titel „Aber sicher!“ macht das vorzüglich agierende Schauspielensemble nachfühlbar. […] Und sie artikulieren, gliedern und fast möchte man sagen: plastizieren Jelineks unendliche Textflächen zu sinnreichen Abschnitten und schöner Verständlichkeit. […] Der Strom aus zerplatzenden Sprach- und Sinnblasen hört nicht auf, ganz wie beim Seifenblasen. Seine Suggestionskraft wir noch erhöht, indem die famosen Ödipusse Siegfried W. Maschek, Nikolai Plath, Robin Sondermann und Alexander Swoboda ihn rhythmisieren, ihn singen zur Klavierbegleitung von Gregor Schwellenbach. Indem sie Sätze wiederholen, sie mal gleichzeitig oder leicht versetzt sprechen. Selten ist gallebitterer Hohn etwa über das eroberte Europa, das jetzt „anderen gehört“, amüsanter und hinkitzelnder verpackt worden.“
    Neue Osnabrücker Zeitung, 18. März 2013

    „Ein Sog dem man schwer entkommen kann. Ein Abend der fasziniert. Viel Applaus.“
    BILD, 18. März 2013

    „Die Sprache – eine Droge. Ihr zu lauschen – ein Rauschzustand. […] Angenehm beiläufig, dabei darstellerisch herausragend präzise spielt ein Männerquartett dabei einige Wirtschaftskrisenopfer.“
    Weser Report, 17. März 2013

    Radio Bremen

    Audio: http://www.radiobremen.de/mediathek/index.html?id=85006

    Video: http://www.radiobremen.de/mediathek/index.html?id=85004

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