Theater am Goetheplatz

Der fliegende Holländer

Romantische Oper in drei Aufzügen von Richard Wagner
Text vom Komponisten
Musikalische Leitung: Markus Poschner
Regie: Sebastian Baumgarten

„Ich habe dir gesagt, du sollst nicht wiederkommen. Tot ist tot.“ (Heiner Müller) — Das Verdrängte hat die unangenehme Angewohnheit, sich doch immer mal wieder zu melden. Im „Freischütz“ begegnet es Max in der Wolfsschlucht und im „Fliegenden Holländer“ taucht es alle sieben Jahre in Form eines Geisterschiffes auf den Weltmeeren wieder auf – hier allerdings von der Kaufmannstochter Senta sehnsüchtig erwartet. In beiden Fällen bringt es die vermeintlich heile Welt ins Wanken. Wagner entnahm die Handlung für seine Oper einer Erzählung Heinrich Heines: Ein Kapitän schließt einen Pakt mit dem Teufel, um allen Unmöglichkeiten zum Trotz das Kap der Guten Hoffnung zu umschiffen – Heine greift hier die Sphäre der Schauer- und Jahrmarktsgeschichten auf, was Sebastian Baumgarten in seiner Inszenierung aufgreift: „Seine Sicht auf Wagners frühen Geniestreich gehört zu den intelligenteren Deutungen dieses Werkes seit Jahren. […] Brauner Spuk? Oder Gesellschaftskritik, getarnt als kühne Kolportage? Baumgarten hält die Ebenen so geschickt in der Balance, dass man am Ende, zusammen mit Senta, jäh in einen Abgrund starrt." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Die Wiederkehr des „Fliegenden Holländer“ ist aber in dieser Spielzeit auch mit einem Abschied verbunden: Der Kammersänger Loren Lang wird seine langjährig erfolgreiche Laufbahn am Theater Bremen beenden und sich mit der Titelpartie vom Bremer Publikum verabschieden.

Dauer: 2 Stunden 15 Minuten, keine Pause

  • Termine / Karten

  • Besetzung

    Daland, ein norwegischer Seefahrer Patrick Zielke
    Senta, seine Tochter Patricia Andress
    Erik, ein Jäger Christian-Andreas Engelhardt
    Mary, Sentas Amme Nathalie Mittelbach
    Der Steuermann Dalands Sunwoong Park
    Der Holländer Claudio Otelli, Loren Lang
    Der Heizer Manni Laudenbach
    Musikalische Leitung Hartmut Keil
    Inszenierung Sebastian Baumgarten
    Bühne Thilo Reuther
    Kostüme/ Video Jana Findeklee, Joki Tewes
    Szenische Einrichtung der Wiederaufnahme Lennart Hantke
    Chor Alice Meregaglia
    Licht Christian Kemmetmüller
    Dramaturgie Ingo Gerlach
  • Pressestimmen

    „Die Aufführung hat ein atemberaubendes äußeres und inneres Tempo. Zweieinviertel Stunden ohne Pausen – das wollte Wagner so – werden wir hineingezogen in die Verstrickung dreier Menschen. Das alles hat Regisseur Sebastian Baumgarten in eindrucksvollen und berührenden Bildern zum Ausdruck gebracht und das Ganze in eine Art Balladen-Erzählung auf dem Jahrmarkt gestellt. Das ist großes Theater und somit steht vielleicht ein Publikumsrenner gleich zu Beginn der neuen Spielzeit fest.“
    Kreiszeitung

    „Am Theater Bremen wagte Baumgarten nun die Auseinandersetzung mit dem „Fliegenden Holländer“, und die Überraschung gelang: Seine Sicht auf Wagners frühen Geniestreich gehört zu den intelligenteren Deutungen dieses Werkes seit Jahren. […] Brauner Spuk? Oder Gesellschaftskritik, getarnt als kühne Kolportage? Baumgarten hält die Ebenen so geschickt in der Balance, dass man am Ende, zusammen mit Senta, jäh in einen Abgrund starrt."
    Frankfurter Allgemeine Zeitung

    „Herausgekommen ist ein herrliches Schauerstück mit Gruseleffekten, aber auch immer augenzwinkernden Momenten. Die überhöhte Treue- und Ehre-Ideologie auszustellen wie in einem Panoptikum, das ist ein gelungener Ansatz. Ein kurzweiliger und mit zweieinviertel Stunden ohne Pause auch überraschend kurzer Wagnerabend. Augen und Ohr wird viel geboten. Das Premierenpublikum reagierte mit jubelndem Applaus.“
    Nordwest Radio

    „Sebastian Baumgarten inszeniert in Bremen Richard Wagners Gruseloper „Der fliegende Holländer“ mit Spaß am Jahrmarktgrauen und mit scharfem Blick für den wahren Horror. Dort, in dieser pastichierten Welt, ist nichts seriös und darum alles bitterernst, das Erlösungsgetös, das Grauen – und die Erdenschwere des zu ewigen Leben verdammten Körpers, bis ihn die, oh! So mitleidsinnig mit dem lustvoll tönenden Orchester verschmelzende Patricia Andress als Senta zu Tode erlöst.“
    taz

    „Markus Poschner spitzte wieder einmal zu, lud selbst kleine Noten energetisch auf und regte seine Musiker zu einem transparenten, ungewöhnlich nuancierten Spiel an. Das war eine mustergültige, moderne Interpretation, die keinen Vergleich zu scheuen braucht.“
    Weser-Kurier

    „In der Titelpartie machte Carsten Wittmoser mit kernigem, gut sitzendem Bariton nachhaltigen Eindruck. Er sang sehr ausdrucksvoll und konnte große Bögen spannen. Hervorzuheben ist seine makellose Diktion. Patricia Andress begeisterte mit einer fulminanten Senta – durchschlagskräftig in jeder Lage und sicher in der Höhe. Sie machte den Umstand, dass Senta ein blutjunges Mädchen ist, absolut glaubhaft. Luis Olivares Sandoval schien sich mit viel Schmelz und Wohllaut als Erik ebenso wohl zu fühlen wie bei seinen italienischen Partien.“
    Nordwestzeitung

    „Rundum überzeugend auch der musikalische Teil dieses Abends: Die Bremer Philharmoniker unter der Leitung von Markus Poschner spielen brillant. Klasse auch die gesangliche Leistung des Ensembles, allen voran Patricia Andress als Senta und Carsten Wittmoser als Holländer.“
    Nordwestradio

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