Musiktheater
Theater am Goetheplatz
War Requiem
Oratorium von Benjamin Britten
Texte aus der „Missa pro defunctis“ und aus Gedichten von Wilfred Owen
In englischer und lateinischer Sprache mit deutschem Übertext
Musikalische Leitung: Stefan Klingele
Regie: Frank Hilbrich
„Das Böse ist das Fehlen des Guten.“ (Lew N. Tolstoi) — Abgründig, dunkel beginnt die gewaltige Komposition für Orchester, Chor, drei Gesangssolist:innen und Orgel. Den Kompositionsauftrag erteilte die Stadt Coventry, die am 14. November 1940 im deutschen Bombenhagel in Schutt und Asche gelegt wurde. Für die musikalische Gestaltung der Einweihungsfeierlichkeiten anlässlich des Wiederaufbaus der zerstörten gotischen Kathedrale wählte man mit Britten einen Komponisten, der als überzeugter Pazifist stets jeden Akt der Zerstörung verabscheut hatte: „Ich glaube einfach nicht an Macht und Gewalt. Alles, was ein Dichter tun kann, ist warnen.“ Dieses Zitat des im Ersten Weltkrieg gestorbenen Textdichters Wilfred Owen stellte Britten seiner Komposition voran. Das zeitlos aktuelle Plädoyer für Frieden und Humanität ist Totenmesse, Anklage und Mahnung. Und doch – so Regisseur Frank Hilbrich – spendet es Hoffnung, Trost und ist Anlass zum Innehalten, zur Besinnung auf unsere gemeinsamen zivilisatorischen Werte, die es zu verteidigen gilt.
Gefördert von den Bremer Theaterfreunden. Präsentiert von Bremen Zwei.
- Sopran Sarah-Jane Brandon
Tenor Oliver Sewell
Bariton Michał Partyka
Chor Extrachor des Theater Bremen, Kinderchor des Theater Bremen, Opernchor des Theater Bremen
Orchester Bremer Philharmoniker
Musikalische Leitung Stefan Klingele
Regie Frank Hilbrich
Bühne Harald Thor
Kostüme Tanja Hofmann
Licht Christian Kemmetmüller
Chorleitung Karl Bernewitz
Dramaturgie Brigitte Heusinger
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- „Die Inszenierung besticht durch ihre stille Intensität. Der Chor und die Solisten sorgen für emotionale Höhepunkte. […] Es sind 90 Minuten, die in ihrer Intensität durchaus anstrengend sind, und mit das Beste, was im Theater Bremen in dieser Saison bisher zu erleben ist.“ (Iris Hetscher, Weser-Kurier, 31. März 2026)
„So wie von Benjamin Britten vorgesehen, trägt das Werk aber auch einen Hauch von
Hoffnung am Ende, auch wenn es schwer fällt, sich daran festzuhalten. […] Chor, Orchester und Solisten waren überzeugend, Bühnen- und Kostümbild passend und das wurde am Ende vom Publikum im nahezu ausverkauften Theater am Goetheplatz auch mit viel Beifall gewürdigt.“ (Marcus Behrens, Bremen Zwei, 30. März 2026)
„Die Stars des Abends: der 52-köpfige Chor und der 30-köpfige Kinderchor unter der Leitung von Karl Bernewitz. Den Spaß am Schauspiel kann man ihnen wahrlich ansehen. Teilweise bewegen sie sich als Entität über die Bühne, transformieren fließend Bänke oder reparieren das kriegsversehrte Bühnenbild. Aber vor allem singen sie: all die Dissonanzen, Tritonus-Intervalle und unbeständigen Stückaufbauten – und das ohne ein Notenheft, wie es eigentlich im Requiem der Normalfall wäre. Eine Herausforderung, die beeindruckend gelingt.“ (Theo Dassler, Die deutsche Bühne, 30. März 2026) - Die Inszenierung thematisiert Krieg, Trauer, Tod und Verlust. Nach ca. 14 min wird ein totes Kind dargestellt, in einer Szene ca. 45 Minuten nach Beginn wird in einem Puppenspiel die Ermordung eines Kindes durch den eigenen Vater gezeigt.
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- Gefördert von den Bremer Theaterfreunden
- Gefördert von den Bremer Theaterfreunden