Kleines Haus

Hier bin ich

Deutschsprachige Erstaufführung
nach dem Roman von Jonathan Safran Foer
in einer Fassung von Jan Eichberg
Regie: Felix Rothenhäusler

„Und Gott sprach zu Israel in einem Nachtgesicht: Jakob! Jakob! Er sprach: Hier bin ich!“ (Mose 46, 2) — Julia ist Architektin und Stilberaterin, Jacob ein erfolgreicher Drehbuchautor; zusammen haben sie drei zuckersüße Söhne, ein Haus in Washing­ton D.C. und keine Probleme, die sich nicht lösen ließen. Doch unter der Oberfläche brodelt es: Julia fragt sich, was sie da­ran hindert, über ihre Gefühle zu sprechen. Jacob plagen noto­rische Selbstzweifel. Der Großvater, vor dem Holocaust geflohen, soll in ein Senioren­heim outgesourct werden und die Söhne belagern ihre Eltern mit viel zu komplizierten Fragen. Dann findet Julia Jacobs Zweit­handy voller Sex-SMS, die er mit einer Arbeitskollegin ausgetauscht hat. Als Jacobs Cousin zu Besuch kommt und in Israel ein Krieg ausbricht, scheint sich die familiäre Katastrophe in der großen weiten Welt zu spiegeln. Jona­than Safran Foers Figuren sind schlagfertig, tieftraurig und selbstironisch. "Hier bin ich" erzählt das schmerzhafte Auseinanderbrechen einer liebenswürdigen Kleinfamilie und verknüpft dies mit den großen Fragen nach kultureller Identität.

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    „Und es fasziniert, mit welcher Kunstfertigkeit Felix Rothenhäusler diese eindimensionalen Bilder für die deutschsprachige Erstaufführung von Jonathan Safran Foers Roman ‚Hier bin ich‘ ins Theater überführt. Angefangen bei Katharina Pia Schütz‘ kulissenhaft-detailgetreuer Wohnküchen-Bühne über Elke von Sievers‘ immer ein kleines bisschen jenseits des Realismus angelegte Kostüme bis zur narkotisierten Performance des Bremer Ensembles: eine Seifenopfer.“ (Falk Schreiber, Theater heute, 2/2019)

    „Ein irre schnelles Schauspiel. Zum Teil sehr realistisch, immer mal wieder ins Absurde eintauchend. Es geht um Pubertät, Liebe, Sex, Fremdgehen, Scheidung, Älterwerden, Krieg, Juden und Araber. Und das alles in kurzen 80 Minuten: das Textbuch hat 129 Seiten – nur wenige Sätze sind länger als eine Zeile. Und es ist aufgegangen.“ (Marcus Behrens, Bremen Zwei, 30. November 2018)

    „Manchmal diskutiert der Mann im Hundekostüm mit, dann wieder beginnt die ganze Familie zu bellen. Mit diesen Eigenarten verblüfft die Inszenierung, amüsierte und begeisterte das Premierenpublikum.“
    (Sven Garbade, Foyer, Januar 2019)

    „Was diesen Abend im pinken Puppenheim dennoch zum Erlebnis macht, sind Akkuratesse und Hochkomik der Regie und des Ensembles. Ohne Scheu vor albernen, ja peinigenden Szenen, in denen unterschiedslos Traumata und Geheimnisse, erogene SMS-Zonen und tierische Notdurft, das Ringen um Identität und die Ethik der Lebenslüge mal verhandelt, mal verbrämt werden.“ (Hendrik Werner, Weser Kurier, 1. Dezember 2018)

    „Ein düsteres Szenario, das aber gar nicht düster daherkommt: Regisseur Felix Rothenhäusler platziert sein Stück wie eine typisch amerikanische Sitcom. Die rosa-beige Wohnküche ist der Showroom für den atemlosen Schlagabtausch, der hölzern, ja fast emotionslos daherkommt.“ (Bettina Meister, Weser Report, 2. Dezember 2018)

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