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Schauspiel

Theater am Goetheplatz

Tartuffe

von Molière
Regie: Samuel Weiss

„Glaube heißt Nicht-wissen-wollen, was wahr ist.“ (Friedrich Nietzsche) — Tartuffe, ein Betrüger, ein Scheinheiliger? Jener Tartuffe, den er, Orgon, in der Kirche als besonders frommen Mann kennengelernt und in seinem Haus aufgenommen hat? Den er um Rat und Tat fragte und mit dem er schließlich sogar seine Tochter Mariane verheiraten wollte? Orgon und seine Mutter Madame Pernelle sind dem Bann des Tartuffe verfallen, ihr Leben erstrahlt im neuen Licht. Erst durch eine List kommen sie dem Betrug auf die Spur. Als Orgon bemerkt, dass sein Gast sich mehr für sein Geld als seinen Seelenfrieden interessiert, ist es bereits zu spät: Tartuffe setzt ihn in Kenntnis, dass sein Haus nun ihm gehört und beauftragt einen Gerichtsvollzieher, die Familie bis zum nächsten Morgen zum Auszug zu zwingen. Erst jetzt sieht Orgon das ganze Ausmaß seiner blinden Gutgläubigkeit und Folgsamkeit.
1664 war Molières Komödie ein Politikum. Der Erzbischof von Paris untersagte die „gotteslästerliche“ Komödie und der Autor wurde mit Exkommunikation und Scheiterhaufen bedroht. Die Infragestellung einer Religion, die sich zur Diktatur entwickeln kann, besitzt heute noch revolutionäres Potential.

Dauer: 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause

  • Madame Pernelle Verena Reichhardt
    Orgon, ihr Sohn Guido Gallmann
    Elmire, seine 2. Frau Annemaaike Bakker
    Damis, sein Sohn Peter Fasching
    Marianne, seine Tochter Karin Enzler
    Valére Bastian Hagen
    Cleante, Orgons Schwester Siegfried W. Maschek
    Tartuffe Simon Zigah
    Dorine, Zofe Susanne Schrader, Samuel Weiss

    Regie Samuel Weiss
    Bühne Daniela Herzberg
    Kostüme Hannah Petersen
    Musik Klaus von Heydenaber
    Licht Frank Barufke
    Dramaturgie Simone Sterr
  • „Ihre Dynamik bezieht die Aufführung nämlich nicht durch sogenannte Einfälle, sondern vor allem durch die Rasanz der – gereimten – dramatischen Rede. Dadurch – wie auch durch situative Komik und versprengte Reste einer Commedia-Typisierung – fallen einige probate Pointen ab. Susanne Schrader ist eine kecke Zofe […], Peter Fasching ein wunderbarer Wüterich, Annemaaike Bakker ein lasziver Lockspitzel. Siegfried W. Maschek und Verena Reichhardt geben eloquente Bedenkenträger, Karin Enzler und Bastian Hagen ein intensives Pärchen. Den grundgütigen Orgon Gallmanns und den grundverderbten Tartuffe Zigahs würdigt das […] Publikum mit verdientem Extra-Jubel.“
    Hendrik Werner, Weser-Kurier, 2. Mai 2017

    „Dieses Bühnenbild, das Daniela Herzberg dem „Tartuffe“ ins Bremer Theater gebaut hat, ist zum Beispiel richtig toll. […] Die [Schauspieler] haben alles gut bis streckenweise herausragend gemacht. Vor allem Simon Zigah changiert in der Titelrolle so trittsicher zwischen verführerischem Satan und Hanswurst […].“
    Jan-Paul Koopmann, taz, 8. Mai 2017

    „Simon Zigah, der den Bösewicht lustvoll hinterfotzig spielt, lässt da einen ganz heutigen neureichen Großkotz entstehen, der sich, weil er’s zu können meint, über alle Regeln der Sittsamkeit hinwegsetzt. [...] Zigah hat in Guido Gallmann einen mindestens ebenbürtigen Widerpart, der sogar inbrünstig orgeln kann, Karin Enzler als Marianne ist ein fragil-vitaler Springinsfeld, ihr Liebster Valére wird von Bastian Hagen sympathisch schluffig gegeben. […] Das sich bei alledem, so man sich dafür interessiert, das Verhältnis von Moral und Recht wie unterm Brennglas studieren lässt, ist dabei ein Verdienst dieser Inszenierung und vielleicht ihr Edelstes.“
    Rolf Stein, Kreiszeitung, 4. Mai 2017

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