Die Glocke - Das Bremer Konzerthaus

10. Philharmonisches Konzert

Als Dirigent war er eine Legende, als Komponist fungiert er immer noch als Geheimtipp: Wilhelm Furtwängler. Er teilt das Schicksal so vieler Musiker, die als Interpreten im Rampenlicht stehen, als Tonschöpfer aber mehr oder weniger der Vergessenheit anheimfallen. Auch Doppelbegabungen wie Arturo Toscanini oder Giuseppe Sinopoli erging es nicht anders. Furtwänglers Symphonie Nr. 2 ist ein gewaltiges Werk, das mit rund 80 Minuten Dauer in Brucknersche und Mahlersche Dimensionen vorstößt. Auch stilistisch erweist sich Furtwängler als Erbe spätromantischer Traditionen. Komponiert wurde das Werk 1944/45 im schweizerischen Exil, zu einer Zeit also, als selbst die einst revolutionäre Musik der 2. Wiener Schule um Arnold Schönberg schon längst nicht mehr zur Avantgarde gehörte. Musikalisch trat Furtwängler damit als Vertreter einer längst vergangenen Epoche in Erscheinung. Doch soll das nicht von dieser grandiosen, in Struktur und Aufbau meisterhaften symphonischen Rarität ablenken, für die sich schon so renommierte Pultstars wie Daniel Barenboim und Eugen Jochum eingesetzt haben.

Wilhelm Furtwängler (1886-1954)
Symphonie Nr. 2 e-Moll

Was Sie auch interessieren könnte